Erkelenz: Chancen im Jahr 1889 erkannt

Erkelenz: Chancen im Jahr 1889 erkannt

Das Erkelenzer Traditionsunternehmen Hegenscheidt-MFD feierte sein 120-jähriges Bestehen. Firmengründer Wilhelm Hegenscheidt erlebte nur sechs Jahre der Erfolgsgeschichte.

Wilhelm Hegenscheidt erkannte schon 1889 im oberschlesischen Ratibor die Chancen, die der Markt künftig bieten würde. Dass sich aus seiner Firmengründung eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Werkzeugmaschinenhersteller entwickeln sollte, hätte sich Hegenscheidt wohl nie träumen lassen.

Heute im Firmenverbund NSH

120 Jahre Hegenscheidt — das Erkelenzer Unternehmen nutzte die Gelegenheit, das Firmenjubiläum gebührend zu feiern. Heute gehört Hegenscheidt-MFD zum Firmenverbund der im Jahr 2001 gegründeten Niles-Simmons-Hegenscheidt-Gruppe (NSH); an der Spitze steht geschäftsführender Gesellschafter Prof. Dr. Hans Naumann.

Wilhelm Hegenscheidt erlebte die Geschichte seines Unternehmens nur wenige Jahre. Als er 1895 nur 34-jährig starb, setzte Ernst Blau die Unternehmensleitung fort. Blau entwickelte Werkzeugmaschinen, die im Trend der Zeit lagen, unter anderem Radsatzdrehmaschinen jeder Art für Wagen- und Lokomotivradsätze. In Blaus Zeit fallen auch die Entwicklungen von Langfräsmaschinen und Weichenzungen-Hobelmaschinen. Vor allem die Eisenbahnindustrie profitierte schnell vom Know-How der Firma Hegenscheidt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte der Weg von Ratibor über Erfurt nach Erkelenz.

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Naumann sprach von einem "Ehrentag für das Unternehmen". Und obwohl die Auftragslage gut sei, müsse auch Hegenscheidt die weltweite Wirtschaftskrise stets im Blick haben. So sei der Blick auf die Marktentwicklung ebenso entscheidend wie die Produktanpassungen. Heute hat Hegenscheidt mit fünf Industriezweigen zu tun: Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Werkzeug- und Formenbau, Eisenbahn und Automobile. Zahlreiche Gäste gratulierten zum Jubiläum, zu Gast waren unter anderem Erkelenz' Bürgermeister Peter Jansen, Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg, Sandra Schürger vom Referat für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung, CDU-Bundestagsmitglied Leo Dautzenberg, Kreisdirektor Peter Deckers und Vertreter von Banken und der Kreissparkasse Heinsberg. Auch ehemalige Mitarbeiter waren der Einladung gefolgt, die in lockeren Gesprächen viel über die Firmengeschichte erzählten.

Werkserweiterung präsentiert

Nach dem offiziellen Teil fand ein Rundgang durch das Unternehmen statt, dabei präsentierte Hegenscheidt die eigene Werkserweiterung der mechanischen Fertigung und der Groß-Montagehalle.

(RP)
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