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Erkelenz: CGE-Schüler packen Europa an

Erkelenz : CGE-Schüler packen Europa an

Die Europapolitik besser verstehen lernen: Die Neuntklässler des Cusanus-Gymnasiums erarbeiteten im Vorfeld der Europawahlen interessante Projektergebnisse. Aktuell dabei: die Ukraine-Problematik.

Politik kann ja so dröge sein. Erst recht für Jugendliche, vor allem auch dann, wenn sie noch nicht wahlberechtigt sind. Dr. Kenan Holger Irmak, Lehrer für Politik, Sozialwissenschaften und Geschichte am Cusanus-Gymnasium, hat seine Schüler trotzdem gepackt. "Sie sind auf den politischen Geschmack gekommen", hat er festgestellt. Pünktlich zu den Europawahlen hat die Schule, die übrigens Europaschule ist, alle 190 Neuntklässler auf den Weg geschickt, Europa unter die Lupe zu nehmen. Bereits im Januar hatten sich die Abiturienten in einer Podiumsdiskussion mit den Kandidaten zur Europawahl auseinandergesetzt, nun waren die jüngeren Schüler an der Reihe. Mit ihren jeweiligen Politiklehrern recherchierten sie, stellten Fragen, diskutierten, werteten aus. Schon im Vorfeld hatten Lehrer und Schüler diesen Tag intensiv vorbereitet.

Die Klasse von Dr. Irmak hatte einen Fragenkatalog vorbereitet, den nicht nur die Europapolitiker, sondern auch alle Fraktionsvorsitzenden der im Erkelenzer Stadtrat vertretenen Parteien erhalten haben. Der Rücklauf: positiv. Bei den Fragen ging es um Themen wie Klimawandel, Rechtsextremismus und die aktuelle Ukraine-Krise. Die Schüler haben daraus schließlich einen Flyer erstellt, den möglichst viele Erstwähler bekommen sollen. "Die Schüler haben das Ziel, die Wahlbeteiligung zu erhöhen", so Dr. Irmak. Nach der Wahl wollen die Schüler sogar noch auswerten, ob die Wahlbeteiligung tatsächlich gestiegen ist.

An einer anderen Stelle ist Rüdiger Hermanns, ebenfalls Politiklehrer, beschäftigt. "Wir verlassen jetzt das Schengen-Gebiet", klärt Hermanns auf. An der "Grenze" sitzen "Zöllner", sie kontrollieren die Einreise nach Osteuropa. Jeder Einreisende wird registriert. Auf einmal treffen russische und ukrainische Interessen aufeinander. Eine der beiden Turnhallen des Cusanus-Gymnasiums ist weitgehend abgedunkelt. Die Szenerie erinnert an Krieg. "Man muss die Menschen mit Emotionen packen. Da ist es gut, dass man das aktuelle Thema Ukraine-Problematik auch aufgreifen kann. So gewinnen die Schüler natürlich einen noch besseren Einblick", sagt Rüdiger Hermanns. Auch ihn hat das Engagement der Schüler sehr gefreut. "Die Schüler haben sogar in ihrer Freizeit an dem Thema Europa gearbeitet. Im Unterricht haben wir lediglich die Impulse gesetzt."

Insgesamt haben die sieben neunten Klassen des Cusanus-Gymnasiums die unbestreitbaren Erfolge und Chancen, aber eben auch die Bedrohungen des Einigungsprozesses wesentlich erarbeitet. Die Schüler haben im Verlauf des aufwendigen Projektes gelernt, dass Europa nachhaltige Auswirkungen bis in die kleinste Kommune hat. Sie haben gelernt, wie wichtig es ist, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Auch wenn sie selbst - gerade mal 14, 15 Jahre alt - am 25. Mai noch nicht an die Wahlurnen dürfen, sie haben mit viel Eigeninitiative ein komplexes Thema auf interessante Art und Weise aufgearbeitet.

(RP)