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Canthe stellt im Architekturbüro Storms aus

Ausstellung im Architekturbüro Storms in Erkelenz : Raum verändert Kunst, Kunst verändert Raum

Elf Künstler stellen ihre Werke im Erkelenzer Architekturbüro Storms aus. Peter Röttges schuf während der Eröffnung mit der Kettensäge eines seiner Werke aus einem mannshohem Eichenbalken.

„Der Einsatz von Kunst im Büro zeigt immer wieder, dass Skulpturen, Gemälde und Fotografien ein Unternehmen durchaus verändern können. Kunst verändert den Ort, an dem wir uns befinden. Kunst beeinflusst unser Wohlbefinden, kann anregen oder auch aufregen.“ Dass die einführenden Wort der Aachener Kunsthistorikerin Alexandra Simon-Tönges bei der Ausstellung „Kunst im Objekt“ im Architekturbüro Storms in Erkelenz zutrafen, bestätigte sowohl Inhaber Hans Montag wie auch Mitarbeiter Thomas Esther, die beim Aufbau, bei der Hängung von Gemälden, Skulpturen und Fotografien von elf Künstlern des Vereins „Canthe“ aus Hückelhoven einen Wandel ihrer ursprünglichen Vorstellung von der Schau an ihren Arbeitsplätzen erfuhren.

Und es war nicht die erste Canthe-Ausstellung in der modernen Architektur des „Objekts“ an der Alfred-Wirth-Straße im Gewerbegebiet im Erkelenzer Osten. Bürogründer Ernst Storms, der das Unternehmen vor drei Jahren an Mitarbeiter Hans Montag übergab, unterstützte Kunstverein und dessen Künstler immer schon, rund 15 Werke haben ihren ständigen Platz an den Arbeitsorten der 20 Beschäftigten. Und bei der Vernissage kam ein weiteres dazu: Canthe-Künstler Peter Röttges schuf während der Eröffnung mit der Kettensäge eines seiner Werke aus einem mannshohem Eichenbalken. Die Firma ersteigerte es für 750 Euro. Das Geld geht an die Varius-Werkstätten für Behinderte im benachbarten Grevenbroich. Die wiederum hatten Ausstellungstafeln zur Verfügung gestellt.

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Gut 150 Kunstinteressierte vor allem aus Erkelenz und Hückelhoven hatten sich zur Eröffnung eingefunden, um bei Getränken und Fingerfood Werke zu betrachten, mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch zu kommen. Die Grundfrage, ob Kunst in Museen und Galerien oder auch in Gewerbebetrieben ausgestellt werden kann, bewegt naturgemäß auch einige Canthe-Künstler, beide Auffassungen sind dabei vertreten. Alexandra Simon-Tönges verband die Architektur und die Kunst auf eine weitere Art miteinander – das lateinische „Architektura“ bedeutet im Deutschen „Baukunst“. Einen Rundgang mit dem Publikum, wie ihn eine Reihe von Vernissage-Rednern gern unternehmen, konnte die Kunsthistorikerin aufgrund der kleinzelligen Anordnungen der Werke an den Arbeitsplätzen und der Großzahl der Interessenten nicht anbieten, stieg aber in die Exponate der Künstler von zentraler Stelle ein, abstrakte oder figurative Malerei, Miniatur- oder Großskulpturen in Holz, Keramik und Metall, Fotografien fanden Wertung und Würdigung.

Die Schau am Wochenende zeigte sich als Querschnitt des unterschiedlichen Schaffens der Canthe-Mitglieder, die teils seit Jahrzehnten immer wieder kreativ, manchmal mit überraschenden Wendungen an die Öffentlichkeit treten. Sei es im „Zuhause“, dem Alten Rathaus in Ratheim, sei es in Banken oder anderen „Objekten“. Alexandra Simon-Tönges abschließend: „Auch der Ort verändert die Kunst oder beeinflusst zumindest unsere Wahrnehmung. Ob wir dasselbe Kunstwerk in einem Wohnzimmer, einem Museum, einer Kirche oder wie hier in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen, sehen, fließt in unsere Deutung der Arbeit mit ein – wenn auch nur unbewusst.“