Erkelenz: Café International an neuem Ort

Erkelenz: Café International an neuem Ort

Der Verein AMOS betreibt in Erkelenz ein Café, in dem Menschen geholfen wird - Sprachkurse für Menschen mit Migrationshintergrund, Hilfestellungen für osteuropäische Pflegekräfte und Anlaufstelle für Flüchtlinge.

Von der Flachsklause zum Café International: Aus der ehemaligen Schankwirtschaft ist ein multikultureller Ort der Begegnung geworden, den Architekt Josef Viethen als Eigentümer dem Betreiber-Verein AMOS kostenlos zur Verfügung stellt. Das Gebäude in der Erkelenzer Straße "Am Hagelkreuz" teilt man sich mit den Karnevalisten aus der Brückstraße, welche die Räumlichkeiten hauptsächlich in der fünften Jahreszeit für sich beanspruchen. "Dann ziehen wir uns zurück. Das klappt gut", berichtet AMOS-Vorstand Johannes Eschweiler.

Werktags herrscht im Café International reger Betrieb. In der früheren Gaststätte im Flachsfeld servieren Ehrenamtliche Kaffee und kalte Getränke. Sprachkurse für Menschen mit Migrationshintergrund, Hilfestellungen und Beratung für osteuropäische Pflegekräfte, eine Anlaufstelle für Flüchtlinge und Asylbewerber und preisgünstiges Frühstück für jedermann sind die eigentlichen Angebote: Seit September halten zehn bis zwölf Ehrenamtliche das Café International am Laufen, das vorher an der Roermonder Straße als Begegnungsstätte in der Nähe zum Erkelenzer Zentralfriedhof nicht so gut angenommen wurde.

Dinko Jurjevic ist der Café-Leiter und die "gute Seele" der stark frequentierten Einrichtung. Er übersetzt bei Bedarf auch Arbeitsverträge oder Briefe mit Behördendeutsch in verständliche, einfache Worte. Auch Achim Kück, der Flüchtlingsseelsorger der Region Heinsberg, und Judith Preis, die Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbands für die Städte Erkelenz und Wegberg ist, unterstützen das Café International mit seinem umfassenden Hilfsangebot.

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Immer montags und donnerstags treffen sich polnische Pflegerinnen, um sich zum Beispiel bei akuten Themen wie Scheinselbstständigkeit beraten zu lassen und Erfahrungen auszutauschen. "Respekt" heißt diese Selbsthilfeorganisation, die von der ehemaligen Mönchengladbacher Pflegedienstleiterin Rosi Becker ins Leben gerufen worden ist, nachdem sie den großen Bedarf erkannt hatte. Oft seien die Bedingungen für die Frauen ungeklärt, etwa die Arbeitszeiten oder deren Arbeitsverträge, weiß AMOS-Vorstand Johannes Eschweiler zu berichten. Circa 15 bis 20 Polinnen beziehungsweise Osteuropäerinnen erscheinen zu den regelmäßigen Treffen im Café International in Erkelenz.

Die gesamte Einrichtung werde "sehr stark ehrenamtlich getragen", erläutert Eschweiler. Die "ersten Schritte zur deutschen Sprache" sollen bei Arztbesuchen oder Einkäufen helfen, sie stellen ein zusätzliches Angebot zu den Pflichtkursen für Flüchtlinge und Asylbewerber dar.

Aus Syrien, Somalia, Armenien, Afghanistan oder der Russischen Föderation stammen die Besucher des Café International. Sie können zu den Café-Öffnungszeiten Internetanschluss, Drucker und Kopierer kostenfrei nutzen.

(cb)
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