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Worte Zur Woche: Bürger anders "mitnehmen"

Worte Zur Woche : Bürger anders "mitnehmen"

Man kann der Stadt mangelnde Transparenz in Sachen Windkraft-Konzentrationsfläche nicht vorwerfen, immerhin standen alle Unterlagen des Beteiligungsverfahrens für jeden einsehbar im Bürgerinformationssystem auf der städtischen Internetseite. Dennoch bleibt der Beschluss des Rates für viele Bürger unverständlich und schwer nachvollziehbar, sie fragen sich, warum ein Windpark in Wassenberg nur im Wald entstehen kann. Außenstehende, aber interessierte Laien sind schlicht überfordert, rund 800 Seiten Expertenunterlagen durchzuarbeiten und seriös zu beurteilen.

Sie fühlen sich hin- und hergerissen, die von Befürwortern und Kritikern gleichermaßen aufgebauten "Horrorszenariern" zu beurteilen: lieber 16 Spargel in der Landschaft oder vier bis sechs Riesenräder mitten im Wald, die Wanderer vertreiben und Vögel töten? Gleichermaßen unschöne Vorstellungen. Zurück bleibt bei derart umstrittenen Themen das ungute Gefühl, dass Bürger, denen Behördendeutsch und Expertenbegriffe um die Ohren fliegen, nicht auf die rechte Weise "mitgenommen" werden. Warum nicht bei derartigen Konfliktthemen - großflächige Abholzung etwa sind ein ähnlicher Aufreger - zu einer Bürgerveranstaltung einladen, bei der Behördenvertreter, Befürworter und Gegner in verständlicher Sprache auf Bürgerfragen eingehen.

Klar, Meinungsunterschiede und Interessenkonflikte werden bleiben, aber sie liegen allen verständlich auf dem Tisch. Über den Tisch gezogen braucht sich dann später keiner mehr zu fühlen.

angelika.hahn@rheinische-post.de

(RP)