Bündnisse und Klimagerechtigkeitsbewegung halten Mahnwache vor St. Lambertus

Erkelenz: Mahnwache: ein Jahr nach Immerather Dom

Bündnisse und Klimagerechtigkeitsbewegung haben Protestaktionen für die nächsten Monate angekündigt.

Das Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ und die Kampagne „Kirchen im Dorf lassen!“ rufen für Sonntag, 6. Januar, ab 9 Uhr zu einer Mahnwache vor St. Lambertus in Erkelenz auf. Anlass ist, dass vor einem Jahr am 8. Januar der Energiekonzern RWE den Immerather Dom abgerissen hatte. Sie protestieren damit auch gegen den Abriss weiterer Kirchen und Dörfer für den Braunkohlenabbau.

„Über den Abriss der Kirchen in Keyenberg und Kuckum und der Kapelle in Berverath wird hier in der Pfarre entschieden“, schreibt Birgit Cichy vom Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ in einer Pressemitteilung. „Deshalb werden wir Sonntag zur Messe auch dort protestieren, denn die Pfarre muss Verkauf und Entwidmung der Gotteshäuser stoppen. Wir bitten die Gemeindemitglieder, unsere Petition zu unterzeichnen und auf Bischof Dieser sowie Pfarrer Rombach einzuwirken, entsprechenden Anträgen nicht zuzustimmen.“ Zum Abschluss des Protestes, der bei der Polizei mit circa 20 Personen angemeldet wurde, soll über Lautsprecher das Vollgeläut des Immerather Doms erklingen.

Die Kampagne „Kirchen im Dorf lassen“ hatte sich als Reaktion auf den Abriss des Immerather Doms gegründet, um die verbleibenden Bauwerke zu schützen. Mit einer Petition (bisher 1653 Unterschriften) appelliert sie an die Kirche, den Verkauf und die Entwidmung der Kirchen zu verweigern. Die Kampagne wird laut Pressemitteilung von den Katholikenräten der Regionen Düren und Mönchengladbach, dem Institut für Theologie und Politik, dem Diözesanrat im Bistum Aachen sowie der Initiative „Kreativ gegen Kohle“ unterstützt. Das überregionale Bündnis „Alle Dörfer Bleiben“ war im Dezember gegründet worden. Gemeinsam wollen Menschen aus den Braunkohlerevieren Rheinland, Lausitz und Leipziger Land darin mit Aktiven aus der Klimagerechtigkeitsbewegung für den Erhalt ihrer Dörfer kämpfen. Als nächste große Protestaktion ist am Samstag, 23. März, ein Sternmarsch geplant. Ziel ist Keyenberg, wird in der Pressemitteilung angekündigt.

(RP)
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