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Buch zum 50-jährigen Bestehen des Kreises Heinsberg

Buch zum 50-jährigen Bestehen : Eine lebendige Geschichte des Kreises Heinsberg

Der Kreis Heinsberg feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Dazu hat er nun ein Jubiläumsbuch herausgebracht. Es soll kein langweiliges Nachschlagewerk sein, sondern bunt und lebhaft auf Besonderheiten der Region aufmerksam machen.

Der Kreis Heinsberg besteht aus sieben Städten und drei Gemeinden, hat knapp 255.000 Einwohner und ist der westlichste der Bundesrepublik – so weit, so bekannt. Doch was macht die Kommunen so besonders, welche großen Persönlichkeiten und kleinen Anekdoten verbergen sich hinter den Kommunen? Anschauliche, kompakte und charmante Antworten darauf bietet das ab sofort erhältliche Jubiläumsbuch „50 Jahre Kreis Heinsberg – 1972 bis 2022“ auf 136 Seiten.

Geschrieben hat es die freie Journalistin Anna-Petra Thomas, Vorsitzende des Heimatvereins der Heinsberger Lande, in enger Abstimmung mit den Mitarbeitern der Kreisverwaltung. „Die Idee war, eine Art Miniaturgeschichte des Kreises zu erzählen“, erklärt Thomas. Entscheidend sei für sie dabei gewesen, dass das Buch nicht zu einem chronikartigen Wälzer wird: „Wir wollten, dass der Stoff gut lesbar ist. Es gibt viele Leute, die eigentlich nicht gerne lesen. Es sind kurze Geschichten geworden, die wir reich bebildert haben.“ So erfährt man zum Beispiel die Geschichte hinter dem Eierlikör-Hersteller Verpoorten, der vor beinahe 150 Jahren in Heinsberg gegründet worden war, bekommt anschaulich erklärt, was es eigentlich mit dem Geilenkirchener Badewannenrennen auf der Wurm auf sich hat und wo der Reiz des Hückelhovener Haldenzaubers liegt.

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„Die Idee, den Kreis zum 50-Jahr-Jubiläum darzustellen, hatten wir schon länger. Zum 40. Jahrestag hatten wir ein Buch herausgebracht, das sich zu 100 Prozent um die Kreisverwaltung und ihren Aufbau dreht. Für die breite Bevölkerung war das ehrlicherweise nicht besonders interessant, deswegen wollten wir es dieses Mal anders machen“, erklärt der stellvertretende Landrat Philipp Schneider. Er beschreibt das Buch in drei Worten: „Lebendig, bunt, informativ.“

Jeder Stadt ist dabei eine Doppelseite gewidmet, in denen die Bürgermeister die Alleinstellungsmerkmale ihrer Kommune hervorheben. So spricht der Erkelenzer Verwaltungschef Stephan Muckel über das „Loch“, den Tagebau Garzweiler II, der Wassenberger Marcel Maurer über die bedeutende Kunst im Stadtkern, der Hückelhovener erste Bürger Bernd Jansen über die Multikultistadt mit Menschen aus mehr als 100 Nationen und Michael Stock aus Wegberg über die Mühlen und Motten seiner Stadt.

Im Buch beinhaltet ist neben eines Kurzporträts der Kreisverwaltung auch ein kurzer Abriss der Geschichte des Kreises, der 1972 aus der Fusion der Kreise Erkelenz und Geilenkirchen-Heinsberg enstand. Für Anna-Petra Thomas gar nicht so einfach, denn: „Es gibt bisher eigentlich gar keine niedergeschriebene Kreisgeschichte, die auch die jüngeren Jahrzehnte beinhaltet.“

Thomas musste also fleißig recherchieren. Auch eine Expertin zu finden, die ihre Angaben auf Richtigkeit überprüft, sei herausfordernd gewesen. Fündig wurde sie letztlich ausgerechnet im weit entfernten Leipzig. Professorin Mechthild Isenmann hat sich an der dortigen Universität auf das Rheinland spezialisiert. „Sie hat mir sehr geholfen“, sagt Thomas. Zum Buch gehört auch ein Interview mit Leo Thönnissen, der als letzter Oberkreisdirektor in die Geschichte des Kreises Heinsberg einging und heute im Alter von 89 Jahren mit seiner Frau Brigitte in Wassenberg lebt. „Es war eine turbulente Zeit“, sagt er.

Wichtiger als die Vergangenheit ist allerdings auch in diesem Buch der Blick in die Zukunft: Der Wirtschaft im Braunkohle-Strukturwandel, der Nachhaltigkeit und dem Klimaschutz, dem modernen Leben und Lernen und der Freizeit im Kreis widmet das Jubiläumsbuch 30 Seiten. „Das sind wichtige Themen, die uns noch über die nächsten Jahre hinaus intensiv begleiten werden“, sagt die Autorin. Darüber hinaus bildeten sie für Thomas ein schönes Zeitzeugnis: „Wenn jemand in 25 Jahren nochmal auf die Idee kommt, ein solches Buch zu schreiben, dann kann er sehen, welche Themen die Menschen damals beschäftigt haben.“