Erkelenz: Brustzentrum zum dritten Mal rezertifiziert

Erkelenz : Brustzentrum zum dritten Mal rezertifiziert

Dem Brustzentrum am Hermann-Josef-Krankenhaus wurde erneut "eine hervorragende Qualität" bescheinigt.

Das Brustzentrum am Hermann-Josef-Krankenhaus ist zum dritten Mal erfolgreich rezertifiziert worden. 2008 war das gemeinsame Brustzentrum der Frauenklinik am Erkelenzer Krankenhaus, die unter Leitung von Chefarzt Dr. Uwe Peisker steht, und des Marienhospitals Aachen, das Dr. Mahmoud Danaei leitet, zum ersten Mal von der Ärztekamer Westfalen Lippe zertifiziert und anerkannt worden.

"Die Prüfkommission der Ärztekammer bescheinigte, nach sorgfältiger Prüfung der Abteilungen, eine hervorragende Qualität in der medizinischen Ausstattung, der operativen Leistungen und der fürsorglichen Betreuung der Betroffenen wie auch ihrer Angehörigen", teilte Jann Habbinga, der Verwaltungsdirektor des Hermann-Josef-Krankenhauses, mit. Seit 2007 sind mehr als 3250 Patientinnen mit Brustkrebserkrankung behandelt worden. Ein wichtiges Kernstück des gemeinsamen Brustzentrums ist die wöchentliche Tumorkonferenz. Dabei sitzen alle Fachärzte des Brustzentrums, Operateur, Radiologe, Strahlentherapeut, Onkologe, Psychoonkologe, eine speziell weitergebildete Pflegekraft, Mitarbeiter des Sozialdienstes sowie Vertreter einer Selbsthilfegruppe zusammen. Fachwissen wird ausgetauscht und intensiv über die besten Behandlungsmöglichkeiten jeder einzelnen Patientin beraten. Auch die Patientin selbst hat die Möglichkeit, nach Wunsch auch gemeinsam mit einem Angehörigen, an dieser Konferenz teilzunehmen.

"Seit einigen Jahren verzeichnet die Fachwelt, dass weniger Frauen an einer Brustkrebserkrankung versterben. Die Früherkennung über das Mammographiescreening trägt dazu bei. Seit Einführung der Screenings in unserer Region konnten über diesen Weg mehr als 461 Brustkrebsfälle erkannt und frühzeitig behandelt werden", berichtete Jann Habbinga weiter. Moderne Diagnoseverfahren bewahrten Patientinnen vor unnötiger Belastung: "Tumor-Gene können untersucht werden und die Ergebnisse bei der Entscheidungsfindung zur individuellen Therapie beitragen. Diese neuen Erkenntnisse helfen besser zu unterscheiden, ob eine Chemotherapie wirklich erfolgreich oder verzichtbar ist."

Die Bedeutung der familiären Belastung werde im Brustzentrum ebenfalls beachtet: "Durch die Untersuchung, ob eine vererbbare Form der Brustkrebserkrankung vorliegt, können betroffene Familienmitglieder bereits vor einer Erkrankung geschützt werden."

In der Abschlusskonferenz bescheinigte die Prüfungskommission "ein sehr gutes, auf hohem Niveau aufgestelltes Brustzentrum mit viel Engagement bei der Betreuung der Betroffenen", teilte Verwaltungsdirektor Habbinga mit.

(spe)
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