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Wegberg: Breiter Widerstand gegen Biogasanlage

Wegberg : Breiter Widerstand gegen Biogasanlage

Die Veranstaltungsräume im Hotel Esser platzten aus allen Nähten: Rund 300 Menschen besuchten die Informationsveranstaltung der Interessengemeinschaft "Pro Wasser & Umwelt Gripekoven".

Die Bürgerinitiative kämpft gegen den Bau der Biogasanlage im 38-Seelen-Dorf Gripekoven bei Wegberg. Die Gesellschafter Franz-Willi und Martin Caspers aus Gripekoven sowie Christoph Noven aus Mönchengladbach-Buchholz planen auf dem landwirtschaftlichen Hof der Familie Caspers in Gripekoven den Bau der größten Biogasanlage in NRW.

Entstehen sollen acht Silos mit je 32 Meter Durchmesser und elf Meter Höhe. Die drei Gesellschafter projektieren die Anlage in Zusammenarbeit mit der "Arbeitsgemeinschaft Biogas", an der neben der Gelsenwasser AG die Stadtwerke Wesel, der Biogasanlagenbauer PlanET (Vreden) und Arcanum Energy (Unna) beteiligt sind. Die Anlage soll "nachhaltig erzeugtes Biogas" herstellen.

Der Stadtrat stimmt am 18. Dezember über eine notwendige Änderung des Flächennutzungsplans ab. Stimmt der Rat gegen die Änderung, ist der Bau der Biogasanlage in Gripekoven in der geplanten Größe vom Tisch.

Dass die Bürgerinitiative gute Chancen hat, den Bau der Anlage zu verhindern, wurde während eines Pressegespräches unmittelbar nach der Informationsveranstaltung deutlich. Daran nahmen auch Vertreter aller Wegberger Stadtratsfraktionen teil. Mit Ausnahme der FDP, die nach Angaben von Heinz Nießen am Montag in einer Fraktionssitzung abschließend über das Thema beraten will, signalisierten Monika Duwensee und Dr. Clemens Hardmann (beide CDU), Willi Ellerkamp (SPD), Eleonore Zimmermann (Grüne) und Sandra Nelsbach (Freie Wähler), dass die Stimmen gegen den Bau der Biogasanlage in Gripekoven in ihren Fraktionen überwiegen. Peter Krenzel, Sprecher der Bürgerinitiative, mahnte die Anlagen-Gegner dennoch: "Es ist noch nichts entschieden. Ich halte das Rennen für völlig offen."

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Während der Informationsveranstaltung luden er und seine Mitstreiter Rita Olland, Bernd Rick-Berks und Gabi Mionskowski die Anwesenden dazu ein, die Ratssitzung am 18. Dezember zu besuchen, "um selbst mitzuerleben, wie die einzelnen Ratsleute abstimmen". Peter Krenzel rechnet damit, dass rund 250 Besucher an der Sitzung teilnehmen werden.

Während der Informationsveranstaltung nutzten besorgte Bürger aus Gripekoven und den benachbarten Orten Beeck, Ellinghoven, Kipshoven, Moorshoven, Knoor und Merreter die von Wegbergs Ehrenbürgermeisterin Hedwig Klein moderierte Fragerunde, um ihre Bedenken gegen den Bau der Biogasanlage zu formulieren. Zuvor hatten Hannelore Huber von der Aktion Durchblick Odenkirchen und Frauke Schnor aus Knoor als Sprecherin für die Naturschutzverbände Nabu und BUND Argumente gegen den Bau der Biogasanlage genannt. Wesentliche Kritikpunkte der Gegner sind die enorme Größe der geplanten Anlage und der Standort im Wasserschutzgebiet. Als Zuhörer nahmen auch die drei Gesellschafter der Biogasanlage und Dr. Bernhard Klocke von der Gelsenwasser AG teil. Aus Sicht der Bürgerinitiative fasste Peter Krenzel am Ende zusammen: "Den Profit machen der Betreiber und vielleicht noch ein paar Landverpächter. Alle Belastungen und negativen Auswirkungen tragen aber die Bürger."

(RP)