1. NRW
  2. Städte
  3. Erkelenz

Altes Rathaus in Erkelenz: Bestes Zeugnis spätgotischer Architektur

Altes Rathaus in Erkelenz : Bestes Zeugnis spätgotischer Architektur

Die Stadt Erkelenz feierte nun den Abschluss der umfangreichen Bauarbeiten rund um das Alte Rathaus. Im Mittelpunkt: die Öffnung der Arkaden, die 1756 geschlossen wurden. Viel Lob gab es vom Landschaftsverband Rheinland.

Dorothee Heinzelmann ist schlichtweg begeistert. Begeistert deshalb, weil das Alte Rathaus in Erkelenz, die gute Stube der Stadt, so gut erhalten ist. Etwas Vergleichbares finde man heute kaum noch, unterstrich sie. Mit einer kleinen Feierstunde eröffnete die Stadt Erkelenz nun die freigelegten Arkaden. Dazu eingeladen war Dorothee Heinzelmann, Referentin beim Landschaftsverband Rheinland, Amt für Denkmalpflege im Rheinland.

"Das Alte Rathaus in Ihrer Stadt hat viele Generationen begleitet", sagte die Referentin. Sie machte einen Ausflug in die Vergangenheit: "Nach dem großen Stadtbrand wurde das Alte Rathaus in den Jahren 1541 bis 1546 erbaut. Es gehört zu den besten Bauzeugnissen spätgotischer Profanarchitektur am Niederrhein. Der Viersener Steinmetz Jan van Vyrß wurde mit den Bauarbeiten beauftragt.

Das Vorbild scheint vermutlich das Alte Rathaus in Amsterdam gewesen zu sein. Charakteristische Merkmale und Besonderheiten sind beispielsweise die offene Bogenhalle mit den spitzbogigen Arkaden, die zugleich als Markthalle und Gerichtsort diente." Im Jahr 1756 wurden die offenen Arkaden im Zuge des Umbaus geschlossen, um zusätzliche Räume für die Verwaltung geschaffen. Im Ursprung war das Alte Rathaus in der Innenstadt auch mit den für die Zeit typischen Zinnen und Ecktürmchen ausgestattet. Sie verschwanden beim Umbau 1756. Was bis heute nicht verschwand, ist das Schieferdach: Nun wurde neuer Moselschiefer in altdeutscher Deckung verlegt.

  • Ab dem 25. Mai dürfen Schwimmkurse
    Freizeit in Meerbusch : Vorsichtige Öffnung für das Meerbad
  • Ümit Böcü vom Café Extrablatt bereitet
    Corona: Lockerungen in Sicht : Gastronomen bereiten Öffnung vor
  • Das Alte Pastorat dient neuen Zwecken.
    Leben an alter Adresse in Heiligenhaus : Das Alte Pastorat wird zum Vorzeigeprojekt

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark zerstört. 1940 traf eine Fliegerbombe den Dachstuhl. 1945 folgten weitere schwere Angriffe, so dass man sogar an einen Abriss des historischen Gebäudes dachte. 1948 aber begannen die Aufräumarbeiten — am 18. Januar 1956 wurde das Alte Rathaus mit den geschlossenen Arkaden neu eingeweiht.

So manches Mal, so sagte Bürgermeister Peter Jansen, habe man am Alten Rathaus gebaut. "Und auch dieser Umbau und diese Sanierung wird irgendwann einmal in den Geschichtsbüchern stehen." Er erinnerte sich an die zahlreichen Diskussionen, die sich um die Öffnung der Arkaden rankten. Die Entscheidung, den alten Zustand wieder herzustellen, sei wichtig und gut gewesen.

Um die Arkaden öffnen zu können, musste ein neuer Standort für die Trafostation gefunden werden. Neben der Kirche hat die Station einen neuen Platz gefunden. Eine neue Kabeltrasse wurde dazu vom Alten Rathaus zum neuen Standort quer über den Parkplatz am Markt geführt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Erkelenz: Die Sanierung am Alten Rathaus

(back)