Erkelenz: "Besonderer Zeugniswert"

Erkelenz: "Besonderer Zeugniswert"

Der Erkelenzer Stadtrat erfuhr Details, weshalb für das Hauptgebäude der Kreissparkasse am Dr.-Eberle-Platz Denkmalschutz vom Rheinischen Amt für Denkmalpflege befürwortet wird.

Als bedeutend für die Stadt Erkelenz sieht das Rheinische Amt für Denkmalpflege das Hauptgebäude der Kreissparkasse Heinsberg am Dr.-Eberle-Platz an – deshalb handele es sich um ein Baudenkmal, wurde der Stadtverwaltung, bei der die Untere Denkmalschutzbehörde angesiedelt ist, am Montag mitgeteilt. Im Stadtrat berichtete Bürgermeister Peter Jansen jetzt über die Begründung, die der Denkmalschutz darlegte: "Zusammenfassend wird festgestellt, dass es sich um ein Gebäude mit besonderem Zeugniswert nicht nur für eine typische Bauaufgabe der Zeit, sondern darüber hinaus für eine außergewöhnliche Baukonstruktion in qualitätvoller Gestaltung handelt, an deren Erhalt und Nutzung ein öffentliches Interesse im Sinne des Denkmalschutzgesetzes besteht." Die Sparkasse geht trotzdem davon aus, wie geplant am Dr.-Eberle-Platz abreißen, neu bauen und damit den erklärten politischen Willen umsetzen zu können.

Der Viersener Architekt Hans Schleich hatte 1969 den Wettbewerb gewonnen, in dem die Sparkasse einen Entwurf für einen Hauptstellen-Neubau suchte. Eine international besetzte Jury hatte ihn ausgesucht. Er hatte im Februar das Rheinische Amt für Denkmalpflege gebeten zu prüfen, ob es sich bei dem Bau um ein Denkmal handelt.

Aus der Begründung

Auf drei Begründungen für den Denkmalschutz ging Bürgermeister Jansen näher ein: "Es handelt sich um einen konsequent durchgestalteten Stahlbau, was zur Bauzeit nicht revolutionär oder einzigartig, aber doch etwas besonderes darstellte und heute als solches zu würdigen ist." Ein weiterer Grund sei die gestalterische Qualität, die als hoch einzustufen sei. Jansen berichtete: "Die in den Beschreibungen von Bauherrn und Architekten immer wieder betonte Grundidee von einer logisch aus Material und Konstruktion entwickelten Gestalt und Ästhetik des Gebäudes ist – auch für Laien – anschaulich und nachvollziehbar." Drittens stehe das Gebäude für einen gestalterischen Wandel um etwa 1970 beim Bau von Sparkassen und Banken, der "auch in Erkelenz prägend war und mit Einschränkungen auch noch ablesbar ist".

Das weitere Verfahren

Von der Stadt aufgefordert worden ist jetzt die Kreissparkasse, zu dem Gutachten der Denkmalschützer Stellung zu beziehen. Die Stadt wird anschließend die Belange des Denkmalschutzes mit dem Neubauvorhaben der Sparkasse abwägen. Jansen erklärte im Rat: "Zum jetzigen Verfahrensstand kann seitens der Unteren Denkmalbehörde noch keine Aussage darüber gemacht werden, inwieweit sich Verzögerungen bei der geplanten Baumaßnahme der Kreissparkasse ergeben oder aber durch den weiteren Entscheidungsverlauf eine Verwirklichung gänzlich in Frage gestellt wird."

(RP)