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Erkelenz: Beschwärmte Oldtimer

Erkelenz : Beschwärmte Oldtimer

Die 16. Auflage der Grenzland-Rallye startete bei kühler Witterung. Trotz des gestrigen Regens fuhren im großen Teilnehmerfeld einige Fahrzeuge offen. Auf 135 Kilometern ging aus durch die Kreise Heinsberg und Viersen.

Obwohl das Wetter dieses Mal ein wenig knausrig mit Sonnenschein war, starteten bei der 16. Internationalen Grenzland-Rallye wieder mehr als 100 Fahrzeuge aus nahezu 80 Jahren Automobilgeschichte vom Erkelenzer Marktplatz. Bei seiner Begrüßung gestand "Schirmherr" Bürgermeister Peter Jansen ein, mutig gewesen zu sein. Seinen Schirm hatte er daheim gelassen. Die dunklen Wolken veranlassten hingegen drei offene Oldtimer zur Absage, teilweise meldeten die Besitzer aber neuere Fahrzeuge mit einem festen Dach nach. Die Gäste störte das wenig.

"Adenauer" in alter Pracht

Vor den Autos, die in der Innenstadt geparkt waren, bildeten sich immer wieder Trauben von Menschen mit glänzenden Augen. Als dann die charakteristischen Geräusche beim Anlassen der Motoren erklangen, wurde manches Besucherauge ein wenig feucht. Die Vielfalt erlebten die Zuschauer bereits beim Start. Der Porsche aus den USA, der Mercedes "Adenauer" in alter Pracht und die Isetta mit 12 PS und der Kraft aus einem Kolben, alle nahmen Aufstellung und rollten den 135 Kilometern entgegen, die es zu bewältigen galt. Organisator Winfried Peters hatte mit seinem Team wieder eine abwechslungsreiche Strecke erarbeitet. Über Baal und Hückelhoven, Gerderath und Ratheim bis Wassenberg stand im Bordbuch. Dann folgten Wildenrath, Niederkrüchten, Waldniel, Boisheim, Dülken, Hardt und Ellinghoven, bis die Fahrzeuge und Insassen wieder heil auf den Erkelenzer Markt fuhren.

Gut aufgetankt hatte Ralph Spohn seinen Buick Electra 225. Gute 100 Liter gehen in den Tank, der gerade mal für 400 Kilometer reicht. "Mit dem Reservekanister kann ich höchstens starten", übertrieb der Gladbacher ein wenig. Das Fahrzeug gehört indes seinem Sohn Dennis, der als gelernter Schweißer und Autonarr mit seinen gerade mal 22 Jahren das Ungetüm steuert. "Um Parkhäuser muss ich einen Bogen machen." Dafür hat er zusätzlich ordentlich Musik in den Kofferraum gepackt. "Bei den Bässen rutscht schon mal der Außenspiegel runter", lachte der junge "Oldtimer". Mutter Michaela hatte auf der Rallye sehr viel Platz, sechs Personen nimmt das Fahrzeug spielend auf.

Wegen des Wetters getauscht hatten Sabine und Lutz Heiwolt ihren gemeldeten MG B gegen einen Mercedes. Bei den beiden Berufsmusikern steht auch einen Adler Baujahr 35 in der Garage. Zum ersten Mal in Erkelenz dabei, fahren sie häufiger im Jahr bei Rallyes mit. "So teuer sind solche Autos gar nicht", sagten sie. "Aber man braucht für den Erwerb auch Glück." Und die Bereitschaft, sich auch einmal die Finger schmutzig zu machen. "Ich war richtig stolz, als ich zuletzt den Fehler bei der defekten Hupe selbst gefunden habe", erzählte Sabine Heiwolt.

Ältester Starter von 1934

Auf das Jahr 1934 datierte das älteste Fahrzeug, ein Alvis Firebird. Die letzten Rückkehrer trafen am späten Nachmittag ein. Bis dahin hatten die Gäste auf dem Markt viel Zeit, Altes zu bestaunen und im Anblick eines Oldtimers zu träumen.

(RP)