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Erkelenzer Land: Berufskollegs fit für die Zukunft machen

Erkelenzer Land : Berufskollegs fit für die Zukunft machen

Stark rückläufige Schülerzahlen stellen die drei Berufskollegs in Erkelenz und Geilenkirchen vor Probleme. Die Neuordnung der Bildungsgänge und eine regionale Abstimmung sollen die Berufskollegs zukunftssicher machen.

Der Kreis Heinsberg verliert seit 2005 fast 400 Einwohner pro Jahr. Diese Entwicklung hat erhebliche Auswirkungen auf die Schulen im Kreis Heinsberg. Davon betroffen sind auch die Berufskollegs. "Wir haben im Laufe eines Jahrzehnts etwa ein Drittel weniger Schüler zu erwarten", sagte Hubertus Schober von der Projektgruppe Bildung und Region Bonn.

Schober stellte in der Sitzung des Kreisschulausschusses den 100 Seiten starken Schulentwicklungsplan für die Berufskollegs vor. Die Projektgruppe wurde mit der Fortschreibung der Planungen für die Berufskollegs im Kreis Heinsberg beauftragt. Der Schulentwicklungsplan soll den Fortbestand einer sicheren und wirtschaftlichen Versorgung der Bürger mit Bildungsangeboten gewährleisten.

Der Kreis Heinsberg unterhält drei Berufskollegs: eine Schule in Erkelenz mit derzeit 2499 Schülern und zwei Schulen in Geilenkirchen: Ernährung, Sozialwesen, Technik EST (2367 Schüler) und Wirtschaft (1405 Schüler). Insgesamt besuchen derzeit 6271 Schüler ein Berufskolleg im Kreis Heinsberg. Die Schülerzahl im Berufskolleg Erkelenz hat sich von 2554 Schülern im Schuljahr 2006/07 auf 2506 Schüler im Schuljahr 2011/12 verringert (minus zwei Prozent). Im Mittel der Schuljahre 2018/19 bis 2023/24 wird das Berufskolleg in Erkelenz voraussichtlich nur noch 1707 Schüler haben. Das sind 32 Prozent weniger als im Schuljahr 2011/12. Um unter diesen Voraussetzungen auch in Zukunft noch ein attraktives schulisches Angebot im Bereich der Berufskollegs erhalten zu können, empfiehlt die Projektgruppe eine enge Zusammenarbeit mit den Schulträgern und der Schulaufsicht im benachbarten Kreis Düren und in der StädteRegion Aachen. Das Schulentwicklungskonzept Berufskollegs soll als Grundlage für Gespräche mit den Nachbarkreisen dienen. In enger Abstimmung sollen Kompromisse erzielt werden. Der Kreis Heinsberg ist mit der Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs am weitesten fortgeschritten. Hubertus Schober hofft, dass die StädteRegion Aachen und der Kreis Düren bald nachziehen und noch in diesem Jahr ein brauchbares Ergebnis in den Abstimmungsgesprächen erzielt werden kann.

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Aus den Reihen des Schulausschusses wurde Kritik laut, weil sich die Abstimmung zu sehr auf die StädteRegion Aachen und den Kreis Düren fokussiere. Es wurde vorgeschlagen, Gespräche auch mit der Stadt Mönchengladbach und dem Kreis Viersen aufzunehmen. Die FDP-Kreistagsfraktion wunderte sich außerdem, warum Euskirchen in dem Gutachten nicht auftaucht, obwohl laut Beschluss des Kreisausschusses gemeinsam mit den Kreisen Düren und Euskirchen sowie der StädteRegion Aachen die Erstellung eines kreisübergreifenden Schulentwicklungsplans für Berufskollegs angestrebt werden sollte.

Gestern Abend beschäftigte sich der Kreisausschuss mit dem Thema. Landrat Stephan Pusch bat darum, noch nicht zu beschließen, Gespräche mit den Schulträgern StädteRegion Aachen und Kreis Düren sowie der oberen Schulaufsicht zu führen und gemeinsame Schlussfolgerungen und Empfehlungen zur Sicherung der Beurfskollegsangebote in der Region zu entwickeln. "Aachen und Düren sind noch nicht soweit, wir sollten nicht vorpreschen", sagte Pusch. Daraufhin vertagte der Kreisausschuss den Beschluss.

Hier geht es zur Infostrecke: Ideen für die Zukunft der Berufskollegs in Erkelenz und dem Kreis Heinsberg

(RP)