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Behindertenbeauftragter der Stadt Erkelenz legt Jahresbericht 2019 vor

Jahresbericht des Behindertenbeauftragten in Erkelenz : „Demokratie braucht Inklusion“

Der Behindertenbeauftragte der Stadt Erkelenz, Andreas Ullmann, hat seinen Jahresbericht 2019 vorgelegt. Fast jeder fünfte Mensch, der in der Erka-Stadt lebt, besitzt einen von den Behörden ausgestellten Schwerbehindertenausweis.

Die Zahl der Menschen in Erkelenz, die unter einer Beeinträchtigung leiden, ist größer, als vielfach angenommen. In seinem aktuellen Tätigkeitsbericht informiert der ehrenamtliche Behindertenbeauftragte der Stadt Erkelenz, Andreas Ullmann, darüber, dass fast 18 Prozent der Menschen einen von den Behörden ausgestellten Schwerbehindertenausweis besitzen.

8075 Mitbürger hatten Ende 2019 einen Behindertengrad von mindestens 20 Prozentpunkten. 4486 haben sogar einen Behindertengrad von mindestens 50 Prozent. Die tatsächliche Zahl der Behinderten werde noch wesentlich höher sein, vermutet Ullmann. „Viele stellen keinen Antrag auf Anerkennung, wenn die Einschränkungen im Rentenalter eintreten. Er appelliert an alle Betroffene, einen Ausweis zu beantragen. „Nur bei Kenntnis der wirklichen Anzahl der Menschen, die unter Einschränkungen leiden, kann die Notwendigkeit des vorhandenen Hilfsbedarfs dokumentiert und untermauert werden.“

Bevor er in seinem Jahresbericht 2019 konkret wird, äußert sich Ullmann lobend über die Planungsabteilungen der Stadt. „Diese versuchen bei der Planung schon alles im Bereich der Barrierefreiheit einzuplanen und nehmen dann auch gerne Hinweise von mir zu Verbesserungen an.“ Diese Verbesserungen seien durchaus in Erkelenz festzustellen. „Ich persönlich habe schon viele Geschäfte auf die gesetzlich vorgeschriebene Notwendigkeit der Barrierefreiheit hingewiesen.“ Eine Änderung sei nur in wenigen Fällen eingetreten. Es fehle einfach noch das Verständnis bei vielen Personen, welche Bedürfnisse Menschen mit Handicap hätten, bedauert Ullmann. Er versteht sich nicht als Einzelkämpfer, sondern freut sich über jede Unterstützung. „Für mich wäre es sehr wichtig, wenn aus der Bevölkerung mehr Hinweise zu Problembereichen an mich herangetragen werden. Es kommt eigentlich nichts!“ Auffälligkeiten und Problembereich stelle er fast immer nur durch seine Begehungen in Bauobjekten oder in Ortsteilen.

Seinen Bericht hat Ullmann unter den Titel „Demokratie braucht Inklusion“ gestellt. Dazu gehört auch die Bitte, bei anstehenden Wahlen in den Wahllokalen Wahlschablonen für Blinde und Sehbehindert bereitzuhalten. Auf Ullmanns Bitte hat die Verwaltung unter anderem die Kindertagesstätte im Harff-Haus oder die Sportumkleide im neuen Gebäude am Umsiedlungsort für Keyenberg, Unter- und Oberwestrich, Kuckum und Berverath behindertengerecht optimiert. Nach einer Begehung in Kückhoven monierte Ullmann, dass im alten Ortskern überwiegend alle Kreuzungen nicht barrierefrei seien. Um eine Verbesserung und die Einrichtung eines Behindertenparkplatzes im Bereich An der Maar will sich die Verwaltung Gedanken machen und womöglich Abhilfe schaffen. Manchmal ist bauliche Abhilfe nicht möglich, wie etwa am Willy-Stein-Stadion. Inhaber mit Behindertenparkausweis können bisher nicht in das Stadion einfahren. Abhilfe soll ein Hinweisschild an der Zufahrt leisten. Darauf ist die Rufnummer des Platzwartes vermerkt, der bei Notwendigkeit die Zufahrt öffnet. Große Hoffnung setzt Ullmann auf das Integrierte Handlungskonzept für die Innenstadt. Bei der Umsetzung könnten viele Straßen und Gehwege sowie Übergänge behindertengerecht umgestaltet werden.

Ausführlich informiert der Tätigkeitsbericht, der ab sofort unter www.erkelenz.de abrufbar ist. Eine Kontaktaufnahme zum Behindertenbeauftragten ist unter Andreas.ullmann007@gmail.com möglich.