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Erkelenz: Azubi-Messe mit vielen positiven Trends

Erkelenz : Azubi-Messe mit vielen positiven Trends

Sechs Stunden lang präsentierten gestern 30 Unternehmen in Erkelenz, was Auszubildende bei ihnen lernen. Schnell war die Marke von 1000 Besuchern erreicht. Die Organisatoren spürten einen Mentalitätswandel bei den Schülern.

Schüler kommen im Pulk in die Stadthalle. Wieder und wieder kommt eine Schülergruppe. Schnell hat sich die fünfte Azubi-Messe in Erkelenz gefüllt. Schon eine Stunde nach dem Beginn steuert die Besucherzahl auf die 1000 zu. Darauf ist Sandra Schürger stolz. Sie ist bei der Stadt Erkelenz für die Wirtschaftsförderung zuständig und hat organisiert, dass sich 30 ausbildungswillige Unternehmen über sechs Stunden präsentieren. "Wir hätten noch mehr Ausstellungsfläche vergeben können, so groß ist das Interesse", streicht Sandra Schürger erfreut heraus, dass sich die Messe nach fünf Jahren fest im Terminkalender der Unternehmer etabliert hat.

Wer gestern einen Ausbildungsplatz gesucht hat, der hat einen finden können. Bei Kurt Linden beispielsweise. Er ist Personalleiter bei Wurstspezialitäten Esser und kann noch für das im August beginnende Ausbildungsjahr elf Fleischereifachverkäufer einstellen. Er bestätigt eine Entwicklung, die die Innung in den vergangenen Jahren - nicht nur für diese Ausbildung - immer öfter beschrieb. Linden erklärt diese so: "Das sinkende Interesse der jungen Menschen an manchen Berufen ist schwer nachzuvollziehen." Leichter hingegen seien bei ihnen die Ausbildungsplätze für Fleischer zu besetzen gewesen: "Hier nehmen wir nur noch jemanden, wenn er besonders gut ist."

Die Schüler kommen von allen Schulformen und nicht nur aus Erkelenz. Aus manchen Nachbarstädten sind sie im Bus gekommen, um sich über die Ausbildung bei der Polizei, bei Krankenkassen, im Handwerk, in der Industrie oder in der Pflege zu informieren. Die Schüler gehen nicht nur durch die Standreihen, sondern bleiben stehen, um mit den Ausbildern zu reden. Hier stellt Sandra Schürger von der Wirtschaftsförderung einen Mentalitätswechsel fest: "In den vergangenen Jahren wurde vermehrt nur mal geguckt."

Aber auch die Unternehmen haben sich teilweise verändert, was ihren Auftritt anbelangt. "Sie sind inzwischen alle deutlich professioneller aufgestellt", sagt Schürger. Und jedes Unternehmen versuche, die Schüler auf Augenhöhe anzusprechen. Achim Pellen, der in Erkelenz ein Unternehmen für Dichtungstechnik führt, ist ein Beispiel. An seinem Stand treffen die Schüler auf Caroline Schwab. Sie ist selbst noch Schülerin und bastelt gerade an ihrem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Geilenkirchen. Danach wird sie eine Ausbildung als Industriekauffrau bei Pellen beginnen. Zur Azubi-Messe hat sie der künftige Chef schon einmal mitgenommen, damit sie anderen jungen Leuten erzählen kann, wie sie zu ihrem Ausbildungsplatz gefunden hat.

Unternehmen aus Erkelenz und der näheren Region präsentieren sich bei der Messe in der Stadthalle am Franziskanerplatz. Auch die Stadtverwaltung ist dabei. Dort werden wieder zwei bis vier Auszubildende im Mittleren und Gehobenen Dienst sowie als Fachangestellte für die Stadtbücherei gesucht. Die im Rathaus organisierte Azubi-Messe ist somit im eigenen Interesse, wie Bürgermeister Peter Jansen erklärt: "Wir machen damit auf Erkelenz als Ausbildungsort aufmerksam. Unsere Jugendlichen haben aufgrund der geografischen Nähe zu mehreren Großstädten eine große Auswahl - das große Unternehmerinteresse an der Messe zeigt mir, dass wir alle gemeinsam den Bedarf sehen, für Erkelenz zu werben."

(RP)