Neue Straßen in der Region Auszeichnung für Radwegkonzept im Rheinischen Revier

Erkelenz · In den kommenden 20 Jahren soll die gesamte Tagebau-Region besser vernetzt werden. Das Konzept des Zweckverbands Landfolge hat nun eine Aachener Jury ausgezeichnet.

Auch rund um den Tagebau Garzweiler sollen Radwege gebaut werden.

Auch rund um den Tagebau Garzweiler sollen Radwege gebaut werden.

Foto: Gundhild Tillmanns

Das Projekt eines „Gesamtregionalen Radverkehrskonzepts“ als Vorstudie zum Rheinischen Radrevier ist in Aachen mit dem „Plan F Award“ ausgezeichnet worden. Das Konzept für das regionale Radverkehrsnetz umfasst neben dem Kreis Heinsberg auch die Städteregion Aachen, die Stadt Mönchengladbach, die Kreise Heinsberg, Düren und Euskirchen sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Rhein-Erft Kreis. Koordiniert wird es vom Zweckverband Landfolge Garzweiler.

Zweckverband-Vorsteher Gregor Bonin erklärt: „Das Rad gewinnt in der Alltagsmobilität, aber auch im überörtlichen Verkehr mehr und mehr an Bedeutung. Umso wichtiger ist ein attraktives, sicheres und schnelles Radverkehrsnetz, das an kommunalen Grenzen nicht haltmacht und auch größere Distanzen überbrückt. Genau hier setzt das Rheinische Radverkehrsrevier an.“ Die Auszeichnung bezeichnete Bonin als „Rückenwind für die Macherinnen und Macher in allen beteiligten Organisationen und Kommunen.“

Das Konzept sieht in der gesamten Region zahlreiche Radvorrangrouten vor. Auf diesen sollen Radfahrer deutlich schneller, bequemer und sicherer zu ihren Zielen gelangen können – und das auch über größere Strecken. Geplant ist auch ein Radschnellweg, sozusagen die Autobahn unter den Radwegen. Dieser Schnellweg soll von Mönchengladbach aus über Erkelenz, Hückelhoven und Heinsberg weiter in Richtung Aachen führen. Realisiert werden soll das Konzept nach und nach in den kommenden 20 Jahren. Zunächst einmal soll das Konzept bis 2025 mit Hilfe von Studien entwickelt werden. Anknüpfend daran planen auch die Kommunen den Ausbau ihrer Radnetze. So sind in Erkelenz in den kommenden Jahren ebenfalls mehrere Fahrradstraßen geplant, die die Anbindung der Außenorte an die Innenstadt verbessern sollen.

Die Förderung des Radverkehrs ist Teil einer Mobilitätsstrategie im Rheinischen Revier. Das Radwegenetz von mehreren hundert Kilometern Länge muss dabei eng mit dem öffentlichen Personennahverkehr verknüpft werden. Die Planungen berück­sichtigen den Ausbau bestehender Infrastruktur ebenso wie den Bau bislang fehlender Verbindungen.

Die Plan-F-Jury hat diesen gesamtregionalen Ansatz nun ausgezeichnet. Plan F ist ein gemeinschaftliches Projekt von „Fair Spaces“ und „FixMyCity“ und wird vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplan gefördert. Die Jury, bestehend aus elf Expertinnen und Experten von Kommunen, Mobilitätsverbänden und aus der Wissenschaft, vergab an das Projekt im Rheinischen Revier den ersten Platz im Handlungsfeld „Governance“, da es gelungen sei, das Konzept für die gesamte Region mit 2,4 Millionen Menschen aufzubauen. Unter allen 66 Einreichungen für den Plan F Award erreichte das Projekt insgesamt den dritten Platz.

(RP)
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