Erkelenzer Land: Aufräumen nach "Xynthia"

Erkelenzer Land: Aufräumen nach "Xynthia"

Nachdem Sturmtief "Xynthia" übers Erkelenzer Land gezogen ist, war Montag Aufräumen angesagt. Polizei und Feuerwehren zogen Bilanz: Die orkanartigen Böen waren heftig, die Folgen blieben glimpflich.

Claus Gingter fand gestern kaum Zeit zum Luftholen. Der Revierförster war pausenlos im Einsatz, um die Schäden nach dem Sturm "Xynthia" zu bewerten. Vor allem in Wassenberg und Wegberg war Gingter unterwegs. "Hier gibt es mehr zu tun. Sicherlich haben wir eine Vielzahl an umgestürzten Bäumen gesichtet, die Mengen halten sich aber im Rahmen."

Waldspaziergänge vermeiden

In diesem Zusammenhang warnt der Experte aber auch: "Nach diesem Sturm sind Waldspaziergänge sehr gefährlich und sollten daher vermieden werden. Damit will ich keine Panik auslösen, aber eben zur Vorsicht mahnen. Die Aufräumarbeiten in den Wäldern können bis zu drei Wochen dauern."

Unterdessen laufen die Arbeiten auch in Wassenberg auf Hochtouren. Gleich drei Straßen mussten am Sonntag gesperrt werden, zu gefährlich wären die Einsätze für die Feuerwehr geworden. Allerdings meldete Wassenbergs Wehrleiter Holger Röthling, dass zumindest der Kugelsberger Weg bereits gestern Morgen wieder befahrbar war. Indes erstreckten sich die Einsätze an der Klosterstraße und an der Herrschaftlichen Heide länger. Hier waren vor allem die Mitarbeiter des Wassenberger Baubetriebshofes im Einsatz.

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Wegen der Vielzahl an Einsätzen am Sonntag hat Wolfgang Linkens, Erkelenzer Stadtbrandinspektor, eigens einen Ordner angelegt. "Auch wenn der Sturm nun vorüber ist — nach wie vor treten Schäden auf. Wegen herabgestürzter Dachziegeln musste zum Beispiel die alte Schule in Holzweiler gesperrt werden. Weiterhin haben sich Arbeiten in Kückhoven, Katzem und Erkelenz ergeben, die nach und nach abgearbeitet werden", sagte er. Auch hier sind die Mitarbeiter des Baubetriebshofes beschäftigt und prüfen, welche Bereiche unter Umständen zur Sicherheit noch gesperrt werden müssen.

Aus Sicht der Kreispolizeibehörde Heinsberg verlief der Sturmsonntag "einigermaßen glimpflich", wie Polizeipressesprecher Norbert Schröders gegenüber der RP erklärte. "Die Einsätze der Polizei verliefen zumeist in enger Absprache beispielsweise mit den Feuerwehren. In erster Linie ging es bei den Einsätzen darum, die Lage zu sichern" sagte Norbert Schröders weiter.

Rund 370 Feuerwehreinsätze zählte die Kreisleitstelle am Sonntag, das machte Thomas Kähler, Leiter des Feuerschutzzentrums in Erkelenz, deutlich. Auch das dienstfreie Personal war am Sonntag dabei, um die mehr als 1100 Anrufe besorgter und betroffener Bürger (gezählt bis Sonntag um 19 Uhr) zu koordinieren.

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(RP)