Erkelenz/Arsbeck: Audienz beim "Friesenpapst" in Arsbeck

Erkelenz/Arsbeck : Audienz beim "Friesenpapst" in Arsbeck

Die Reiter des Gestüts Glimbach in Arsbeck zeigten der französischen Delegation aus St. James, der Partnerstadt von Erkelenz, die Arbeit mit Pferden der Spitzenklasse. Der "Friesenpapst" Günter Fröhlich war auch zugegen.

"Friesenpapst" - so hatte ihn einst ein Journalist getauft. Und Günther Fröhlich hatte nicht zu viel versprochen, als er das deutsch-französische Publikum zu Beginn der Pferdeshow in Arsbeck dazu aufforderte, sich gänzlich einzulassen, um verzaubert zu werden.

Anmutig und mit edel glänzender, bodenlanger Schwarzmähne geschmückt, präsentierten sich auf dem Gestüt Glimbach die Friesenpferde von Günther Fröhlich. Mit Stolz und Enthusiasmus kündigte er ihnen die Pferde an. Begeistert applaudierten die "Freunde der Partnerschaft Erkelenz - St. James" und ihre 30 französischen Gäste, als auf große Friesen, die "petites chevaux", die kleinen "Minishetty Champion Hengste" folgten, die nicht mit Kraft und Anmut, aber durch Vorsicht und kleine Kunststücke Eindruck hinterließen. Auch eine Besonderheit bekam das internationale Publikum geboten, als eine Motocross-Rampe als Showelement aufgebaut wurde, das die Pferdekutsche samt Reiterin zum Fliegen brachte.

Ein schöner Abschluss dann die zweispännige Kutschfahrt von Gaby Franken, die Dressur und Fahrsport vorführte. Es sei ihr eine Herzensangelegenheit gewesen, den Besuch mit auf den Hof zu nehmen und die Choreographie zu zeigen, die sie einzig für die Freunde aus St. James eingeübt hatte. Aber nicht das Wort "Show" alleine traf den Kern der Vorstellung. "Heute sehen Sie viel harte Arbeit, le travaille! Nur ein Teil war Show", sagte Fröhlich. "Ganz natürlicher Umgang mit dem zarten Wesen der Tiere, das sei ihm wichtig.

Die Partnerschaft mit Frankreich sei auch in der Pferdezucht "sehr gut und eng", wie Fröhlich erzählte. Besonders im Elsass sei man sehr engagiert, was Friesen und andere Rassen anginge.

So hat Frankreich mittlerweile die drittgrößte Friesenzucht der Welt. Deutschland rangiert in dieser Liste auf dem zweiten Platz: ein Verdienst des "Friesenpapstes". Denn Günther Fröhlich hat die Pferderasse in Deutschland vor dem Aussterben bewahrt. "50 Friesen gab es damals, heute sind es um die 40 000."

Nach dem Besuch in Arsbeck, ging es über Wassenberg nach Gerderath, wo sich die französischen Delegierten am Abend in das Goldene Buch der Stadt Erkelenz eintragen durften. Bürgermeister Peter Jansen brachte es zu diesem feierlichen Anlass mit in den Bürgersaal. Auf einen weiteren "point culminant", einen Höhepunkt des Besuchs, freute sich anschließend nicht nur André Voudouer besonders: Heute steht die Stadtbesichtigung von Köln an. Nach Andrés Meinung eine "wunderschöne Stadt." Auch die Pferdeshow hatte ihm gut gefallen, und zwar so gut, dass er spontan auf die fahrende Kutsche aufgesprungen und mit Gaby Franken einige Runden gedreht hatte. Am Mittwoch wird es zurück nach St. James gehen - dann mit einigen Pferdestärken mehr, aber weniger zauberhaft mit dem Bus.

(jessi)
Mehr von RP ONLINE