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Auch im Erkelenzer Land: Neues Streaming-Angebot in Büchereien

Auch im Erkelenzer Land : Neues Streaming-Angebot in Büchereien

Auch die Stadtbüchereien Erkelenz und Hückelhoven beteiligen sich am Online-Projekt von 13 Bibliotheken im Großraum Aachen. Neue kostenfreie Streaming-Angebote für Kinder, Film- und Musikfreunde.

Die Pandemie hat der Digitalisierung auf vielen Feldern einen Schub gegeben. Das gilt auch für die Stadtbüchereien der Großregion Aachen. Eine Gemeinschaftsinitiative von 13 Büchereien zwischen Monschau und Erkelenz hat jetzt unter dem Motto „Dream & Stream“ ihr digitales Programm um drei attraktive Streaming-Angebote erweitert, die der seit 2014 bestehende Bibliotheken-Verbund jetzt in Eschweiler präsentierte.

Denn die dortige Stadtbibliothek hat federführend für das Netzwerk den Förderantrag gestellt. Das Förderprogramm „WissensWandel“ innerhalb der Landes- und Bundesinitiative „Neustart Kultur“ (nach Corona) machte die Erweiterung des Angebots möglich. Der deutsche Bibliotheksverband fördert Büchereien und Archive seit November 2020 bei ihrer digitalen Weiterentwicklung. Und die geht jetzt in unserer Region über die seit einigen Jahren schon bestehende Bücherei-Zusammenarbeit bei der sogenannten Onleihe „Come in“ (eBooks, ePapers, eAudio und eVideos) hinaus in die vielfältige Streaming-Welt.

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Hellwach brachte der Verbund umgehend den Förderantrag ins Rollen. „Den Fördertopf konnten wir nicht ungenutzt an uns vorbeiziehen lassen“, unterstrich die Eschweiler Bibliotheksleiterin Michaele Schmülling-Kosel als federführende Koordinatorin. Bei den Kolleginnen und Kollegen brauchte sie da keine Überzeugungskünste. Alle zogen an einem Strang, und um Juni lag der Förderbescheid über 100.000 Euro (gleich 90 Prozent) für die neuen Streamingangebote vor. Den Städten blieben damit nur noch geringe Eigenanteile, die kein Budget sprengten. Das bestätigte in Eschweiler auch die „Abordnung“ aus dem Erkelenzer Land mit den Leiterinnen der Stadtbüchereien aus Erkelenz und Hückelhoven, Karin Rademacher und Anna Schubert, dem Erkelenzer Amtsleiter Joachim Mützke und Hückelhovens Amtsleiter Stephan Matzerath.

Die neuen, für angemeldete Büchereinutzer kostenfreien Streamingangebote, erreichbar über die Internetseiten der Büchereien, bieten einen Mehrwert für Film- und Musikfreunde und Familien mit Kindern. Der neue Streaming-Dienst „Filmfriend“ punktet mit einem anspruchsvollen Angebot an aktuellen und filmhistorisch interessanten (Spiel-)Filmen, Dokumentationen, aber auch Kinderserien und Kinderfilmen sowie vertiefenden Informationen zu Filminhalten und Akteuren. Kommerzielle Blockbuster freilich wird man dort nicht finden.

Die wöchentlich aktualisierte Filmplattform der Bibliotheken setzt auf Kunstanspruch. „Freegal Music“ ist für die Bibliotheken der Einstieg ins Pop- und Rock-Musikstreaming und kann sich mit Zugriffsmöglichkeit auf mehr als 15 Millionen Songs aus über 200 Musikrichtungen sehen lassen. Nutzer können täglich bis zu drei Stunden streamen und drei Titel pro Woche herunterladen und dauerhaft speichern sowie Playlists selbst gestalten oder thematisch aufgebaute Profi-Listen abrufen. Als kurzweilig-kreative Unterhaltung (nicht nur) für den Familienurlaub wurde das Kinderangebot „Tigerbooks“ (zwei bis 12 Jahre) vorgestellt, das jedoch – anders als die anderen genannten Streamingdienste – nur per App auf Handy und Tablet abrufbar ist. Aber es macht eine Vielfalt an interaktiven Angeboten von animierten Hörbüchern bis hin zu Puzzles oder Spielen.

Dass das digitale Angebot aus dem Büchereiwesen nicht mehr wegzudenken ist, bestätigen die beiden Bibliotheksleiterinnen aus Erkelenz und Hückelhoven, die immer mehr Online-Ausleihen verzeichnen. Aber dass das gute alte Papierbuch zum gemütlichen Schmökern zum Ladenhüter in ihrer Bücherei wird, das glaubt Karin Rademacher nicht. Gerade auch Jüngere, so erlebt sie, schätzen nach wie vor das klassische Buch zur Entspannung nach der Bildschirmarbeit. Rademacher setzt auch weiter auf Büchereien als Orte der Begegnung, die Lesungen, Kinderaktionen, aber auch Bildungsangebote wie etwa Recherche-Kurse für Schüler anbieten. „Klassisch und digital“ – statt „analog oder digital“ – so sehen die 13 Büchereien des Verbundes in die Zukunft.