Erkelenz Attentatsopfer sagt vor Gericht aus

Erkelenz · Im Mordprozess vor dem Landgericht Mönchengladbach, in dem sich die 45 und 46 Jahre alten Angeklagten wegen gemeinschaftlicher Mordversuche am Ehemann der Jüngeren verantworten müssen, sagte das 62-jährige Opfer aus.

Aus Habgier und Heimtücke sollen die lesbischen Freundinnen von 2007 bis 2009 versucht haben, den an Demenz leidenden Partner umzubringen. Unter Tränen hatte die Ehefrau die Vorwürfe bestritten. Doch die 46-jährige Freundin war im November 2011 auf der Polizeiwache Hückelhoven erschienen und hatte die gemeinsamen Mordversuche geschildert.

Am Dienstag stand der 62-jährige Ehemann der jüngeren Angeklagten im Mittelpunkt des Prozesses. Von der Ehepartnerin kühl beobachtet, war der Mann nach den einfühlsamen Fragen des Richters in der Lage, sich zu beruhigen und zu antworten. Er habe seine Frau 2003 in Düsseldorf geheiratet. In Hückelhoven durften sie nicht heiraten. Der Mann sei nicht geschäftsfähig. Das hat die Betreuerin des 62-Jährigen am Dienstag bestätigt. Die Ehefrau zog mit ihrem Sohn in das Haus des neuen Ehepartners. Der Mann erhielt ein kleines Zimmer im Erdgeschoss seines Elternhauses. Die Ehefrau und deren Sohn zogen in die drei Zimmer des Obergeschosses. An vieles konnte er sich nicht mehr erinnern. Einmal sei er gestürzt und im Krankenhaus gelandet. Tatsächlich soll ihn die Ehefrau Ende 2007 mit einem Stein auf den Kopf geschlagen und ihn hilflos auf der Straße zurückgelassen haben. Der schüchterne Mann, der an hirnorganischen Veränderungen leidet, war sich am Dienstag sicher: "Die Ehefrau vermisse ich nicht."

Als es am Ende auch mit der Liebe der lesbischen Frauen vorbei war, verständigte die ältere Partnerin die Betreuerin des Opfers. Der Mann sei in Gefahr. Die 48-Jährige, die auch die Finanzen des Opfers verwaltete, berichtete am Dienstag, was ihr die lesbische Freundin über die vergeblichen Mordversuche mitgeteilt hatte. So misslangen die Versuche, den Demenzkranken mit Schlaftabletten zu töten und ihn durch einen tödlichen Treppensturz zu beseitigen. Dass der 62-Jährige im eigenen Haus offenbar von der Ehefrau schlecht versorgt worden war, wurde nach einer Hausdurchsuchung sichtbar. "Dessen Zimmer war klein und verwahrlost", so die Betreuerin.

(RP/rl)
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