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Arno Sieberichs aus Hückelhoven von der Polizeiwache Ost geht in den Ruhestand

Polizist Arno Sieberichs aus Hückelhoven : „Was ich mache, ist mein absoluter Traumjob“

Arno Sieberichs, der Leiter der Polizeiwache Ost, geht nach knapp 43 Jahren Polizeidienst in den Ruhestand. Auf welche Meilensteine blickt er zurück? Und worauf freut er sich nach der Dienstzeit?

Eigentlich wollte er Grundschullehrer werden, als er Anfang Juni 1979 sein Abiturzeugnis in der Tasche hatte und das Hückelhovener Gymnasium verließ. Die große Lehrer-Schwemme, verbunden mit hoher Arbeitslosigkeit oder mehrjähriger Wartezeit auf den Berufseinstieg, hielt ihn davon ab. Der Vater seiner damaligen Freundin schaffte es, Arno Sieberichs für eine Laufbahn bei der Polizei zu begeistern. Knapp 43 Jahre hat der Leiter der heutigen Polizeiwache Ost, die die vier Kommunen Erkelenz, Hückelhoven, Wassenberg und Wegberg umfasst, dann voll gemacht. Der inzwischen 62-Jährige zieht ein zufriedenes Fazit. Der Abschied von den Kolleginnen und Kollegen – es sind 70 – fällt ihm nicht leicht, wenn der gebürtige Brachelener Ende des Monats in den Ruhestand gehen wird. „Die Entscheidung, zur Polizei zu gehen, war richtig“, sagt Arno Sieberichs heute rückblickend. Und: „Was ich hier mache, ist mein absoluter Traumjob.“

Seit Ende der 70er Jahre hat der begeisterte Radfahrer, der auch regelmäßig im Hückelhovener Hallenbad seine Bahnen zieht, um fit zu bleiben, eine beachtliche Karriere bei den Ordnungshütern hingelegt. Nach der umfangreichen Ausbildung in der Polizeischule in Linnich war er zunächst fünf Jahre im Mönchengladbacher Polizeipräsidium beschäftigt, um dann ein Studium an der Fachhochschule Wuppertal zu absolvieren. Neuss und die Heinsberger Kreispolizeibehörde waren seine nächsten Stationen. Als Wachdienstführer übernahm Sieberichs in der Heinsberger Polizeistation schnell Verantwortung. Später wechselte der leidenschaftliche Leser packender Thriller und historischer Romane nach Hückelhoven, wo er Dienstgruppenleiter wurde. Ab 2007 war Sieberichs Leiter des Bezirksdienstes in Erkelenz sowie stellvertretender Wachleiter, 2013 bis 2014 kommissarischer Leiter der Polizeiwache Ost. Seit Mai 2018 ist er der Leiter der Polizeiwache Ost, die ihren Sitz in der Gewerbestraße Süd hat.

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Sechzig seiner Kolleginnen und Kollegen hat er zum gemeinsamen Essen in den Bellinghovener Schwanenhof eingeladen. 55 kamen. Das macht ihn stolz. Für ihren scheidenden Chef hatten sich die Gesetzeshüter einige spektakuläre Überraschungen überlegt, darunter eine kulinarische Radtour durch die vier Städte, in denen er lange tätig war – mit vielen Gutscheinen für Restaurantbesuche und Zwischenstopps in Eiscafés. „Ich muss wohl nicht so schlecht gewesen sein nach der Anzahl der Geschenke zu urteilen“, meint der Chef der Polizeiwache Ost augenzwinkernd.

Mit Ehefrau Rita tritt er gern gemeinsam in die Pedale, erkundet auf ausgiebigen Fahrradtouren immer wieder unbekannte Ecken im Kreis Heinsberg. Seine Rita arbeitet noch einige Jahre weiter - als Chefsekretärin ist sie die rechte Hand des Erkelenzer Bürgermeisters Stephan Muckel. Als künftiger Pensionär denkt Arno Sieberichs jedoch nicht ans Ausruhen. Er wird den Haushalt und die Terrasse zu Hause in Baal in Ordnung halten. „Vier Vormittage pro Woche habe ich dafür bereits verplant.“ Und seine Planung hat System: „Donnerstags schreibe ich den Speiseplan, freitags wird dafür eingekauft.“ Auch im Schwimmbad der ehemaligen Zechenstadt wird er weiterhin anzutreffen sein. Das nasse Element hält ihn fit, die Kollegen haben ihm Zehnerkarten geschenkt. Wenn Sieberichs aus dem aktiven Dienst ausscheidet, wird er nicht mehr kostenlos ins Hallenbad können, wie es bei der Polizei üblich ist, um sich fit zu halten für den jährlichen Nachweis. Das goldene Sportabzeichen hat er auf diese Weise bereits 15-mal geschafft, 25 sollen es noch werden. Wenn Landrat Stephan Pusch ihn Ende des Monats offiziell verabschiedet, wird Arno Sieberichs noch einmal die lustigen, aber auch traurigen Begebenheiten aus seinem langen Berufsleben Revue passieren lassen. Den „Logenplatz“ vom Dienstwagen aus, wenn er die Fußballspiele der Borussen auf dem Mönchengladbacher Bökelberg aus nächster Nähe und im Dienst verfolgen konnte. Den schwer verunglückten Motorradfahrer aus Brachelen, den er später wieder traf und der ihm mit den Worten „Du hast mir damals das Leben gerettet“ dankte. Auch die Begegnungen mit Familienangehörigen, denen er Todesnachrichten überbringen musste, hat er nie vergessen. Arno Sieberichs ist froh über die Einrichtung des ehrenamtlichen Notfall-Seelsorgeteams. Weil er weiß, wie schwer diese Aufgabe ist. Woran er auch noch oft zurück denkt: Die Krawalle beim Besuch des damaligen US-amerikanischen Vize-Präsidenten George Bush in Krefeld im Juni 1983.