Erkelenz: Arbeiten an der Niers schreiten voran

Erkelenz : Arbeiten an der Niers schreiten voran

Die Niers soll von ihrer Quelle aus schon in Kürze wieder Wasser führen. Die Stadt Erkelenz, der Niersverband, der Kreis Heinsberg und RWE Power hatten eine Lösung erarbeitet, die derzeit umgesetzt wird. Das Wasser kommt aus Wanlo.

"Was lange währt, wird endlich gut." Gabi Clever aus Kuckum freut sich. Sie freut sich über die Bauarbeiten, die seit rund zwei Wochen laufen. Das Ziel: Die Niers soll von ihrer Quelle aus in Kuckum bald wieder Wasser führen.

Der abgesenkte Grundwasserspiegel für den Braunkohlentagebau und das abgeschaltete Klärwerk bei Kückhoven lieferten die Gründe dafür, dass die Niers zuletzt ohne Wasser (links) geblieben ist.Doch schon bald soll das Wasser wieder fließen. Die Bauarbeiten laufen bereits. Foto: Clever/Heldens (Archiv)

Man kann nicht von bloßer Enttäuschung sprechen, wenn es darum geht zu beschreiben, was die Menschen gefühlt haben, als die Niers im Zuge des Braunkohlentagbaus plötzlich trocken gelegt war. Beklemmungen, Verlust der Lebensqualität - so beschrieben die Kuckumer die Gefühle, nachdem das Wasser aus der Niers verschwunden war. Der abgesenkte Grundwasserspiegel für den Braunkohlentagebau und das abgeschaltete Klärwerk bei Kückhoven lieferten die Gründe dafür, dass die Niers ohne Wasser geblieben ist. Unter anderem war es auch Gabi Clever, die sich diesen Umstand nicht gefallen lassen wollte. In Richtung Bezirksregierung hatte sie argumentiert, dass die Niers ein Kulturgut sei, das es so lange wie möglich zu erhalten gelte.

Doch schon in Kürze soll das Wasser wieder fließen. Anfang Mai kamen die Stadt Erkelenz, der Niersverband, der Kreis Heinsberg als untere Wasserbehörde und RWE Power unter der Leitung der Bezirksregierung an einen Tisch, um eine Lösung zu finden. Aktuell wird ab der Mündung der Köhm nördlich von Keyenberg eine Rohrleitung an der Niers entlang bis zum Kaulhausener Fließ verlegt. Die Rohre haben nach Angaben von RWE einen Durchmesser von zehn Zentimetern, die Rohre werden zum Teil direkt in das Bachbett eingegraben. Etwa drei bis fünf Liter Wasser sollen dann pro Sekunde eingeleitet werden. Wie Laura Hoeboer-Schneider, Pressesprecherin von RWE Power, sagte, stellt der Energiekonzern das benötigte Wasser aus dem Wasserwerk in Wanlo zur Verfügung. Der Bauherr der Maßnahme ist übrigens der Niersverband.

"Es ist zwar nur ein kleines Stück, das zu bearbeiten ist. Wir leisten hier aber einen wichtigen Beitrag, denn uns ist bewusst, dass die Niers einen hohen ideellen Wert für die Menschen in dem Umsiedlungsgebiet hat", betont Laura Hoeboer-Schneider. Die Kosten beziffert sie im mittleren fünfstelligen Bereich. RWE Power trägt diese Kosten. Rechtlich ist der Energiekonzern dazu nicht verpflichtet. Schon in Kürze soll die Baumaßnahme abgeschlossen sein.

Die Stadt Erkelenz beobachtet die Arbeiten an der Niers erwartungsgemäß mit wohlwollenden Augen. "Natürlich sind wir als Stadt Erkelenz froh, dass dort nun etwas passiert", sagte Technischer Beigeordneter Ansgar Lurweg. Die Stadt ist an den Bauarbeiten nicht beteiligt.

(RP)
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