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Angelus-Konzerte St. Lambertus Erkelenz beenden elftes Jahr

Angelus-Konzerte an St. Lambertus Erkelenz : Himmlische Konzerte

Die Angelus-Konzerte unter der Leitung von Kantor Knauer bereiten seit elf Jahren in St. Lambertus viel Freude.

Mit einem vorerst letzten großartigen Orgelkonzert in St. Lambertus ist der erste Teil der Angelus-Konzertreihe des Jahres 2018 beendet worden. Die halbstündige Symbiose aus geistlicher Musik und Texten unter der Leitung von Kantor Stefan Emanuel Knauer begrüßte jetzt Professor Clemens Ganz aus Köln an der Chororgel.

Ganz gestaltete das Angelus-Konzert mit Orgelmusik des italienischen Komponisten Marco Enrico Bossi. Den Auftakt bot die „Stunde der Freude op. 132 Nr. 5“, gefolgt von „Angelus op. 118 Nr. 4“. Nach einer passenden Textmeditation von Karin Salentin spielte Ganz das „Intermezzo lirico“. Der zweiten kurzen Lesung unter dem Titel „Die Sache mit dem Schutzengel“ wurde mit dem opulenten letzten Stück „Scherzo g-Moll op. 49 Nr. 2“ noch einmal ein besonderer Nachhall verliehen – Professor Ganz bewies sich hier wiederum als wahrer Meister seines Fachs.

Professor Clemens Ganz, der von 1985 bis 2001 als Domorganist im Kölner Dom tätig war, hatte das zweite Stück „Angelus“ aufgrund seiner besonderen Bedeutung im Hinblick auf die Namensgebung der Konzertreihe als Herzstück seiner musikalischen Darbietung gewählt. Dieses bettete er in weitere Stücke von Bossi ein, einem der bedeutendsten italienischen spätromantischen Komponisten, seinerzeit Domorganist in Como und weltweit gefragter Kirchenmusiker. Trotz ähnlicher Stilistik boten die charakteristischen Stücke einen breit gefächerten Einblick in Bossis musikalisches Werk. Entscheidend für die Wahl der Stücke war auch die Orgel selbst, so war Ganz bereits in der Vorwoche mehrere Stunden in der Erkelenzer Pfarrkirche zu Besuch, um die passenden Stücke für dieses Instrument zu finden. Ganz zeigte sich begeistert von der über ein Jahrhundert alten historischen Klais-Orgel, die ursprünglich in St. Martinus Borschemich erklang und dort noch zu Lebzeiten des Komponisten Marco Enrico Bossi errichtet worden war.

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Die Angelus-Konzerte, die von Mai bis August immer am zweiten und vierten Samstag im Monat stattfinden, laden zur Ruhe und Einkehr ein. Der Name der Reihe deutet auf das Angelusgebet, das in der katholischen Kirche an die Verkündung des Erzengels Gabriel an Maria erinnert, wenn das Mittagsläuten um 12 Uhr diesen Engelsruf verkündet – zu diesem Zeitpunkt enden die 30-minütigen Konzerte.

Stefan Emanuel Knauer gründete die Reihe vor elf Jahren, als er seine Tätigkeit als Kantor in Erkelenz begann. Die Reihe wurde über all die Jahre ununterbrochen weitergeführt und blickt somit auf eine lange Tradition und viele wundervolle Konzerte zurück. „Ich bin unsagbar stolz und glücklich, dass die Konzerte so gut angenommen werden und jedes Mal so gut besucht sind“, berichtete Knauer erfreut über das große Stammpublikum. Zudem böten die Konzerte eine Gelegenheit zum Austausch: „Mit vielen der Organisten bin ich persönlich bekannt, und die Konzerte sind wunderbare Möglichkeiten, um den Kontakt untereinander zu pflegen.“

Sein Ansinnen vor vielen Jahren sei es gewesen, den Besuchern mit dem Zusammenspiel aus besinnlichen Texten und Musik die Möglichkeit zu bieten, in dieser hektischen Zeit zur Ruhe zu kommen und gute Orgelmusik zu genießen. Kernstück der Veranstaltung sind dabei nicht nur die renommierten und hochkarätigen Organisten aus dem Rheinland und darüber hinaus, die in St. Lambertus die ganze Bandbreite der Orgelliteratur präsentieren – oftmals auch mit weiteren Solisten, die die Konzerte mit anderen Instrumenten oder Gesang schmücken. Vielmehr ist es das Team um Knauer, das die Veranstaltung mitträgt und vervollständigt. Dazu gehört Manfred Bühl, ebenfalls Kirchenmusiker an St. Lambertus, der den Organisten als Registrant zur Seite steht. Aber auch das dreiköpfige Lektorenteam, das die Konzerte mit besinnlichen Worten ergänzt und zu dem auch Karin Salentin gehört, sowie weitere Helfer sind unerlässlich und tragen immer wieder zum Erfolg der Konzerte bei.