Amtsleiter Claus Bürgers aus der Stadtverwaltung Erkelenz verabschiedet

Amtsleiter Claus Bürgers verabschiedet : Die Arbeit als Berufung verstanden

Zweimal hat er den Eintritt in den Ruhestand verschoben. Und selbst der Abschied mit 68 Jahren fiel Claus Bürgers, dem langjährigen Leiter des Amtes für Kinder, Jugend, Familie und Soziales der Stadt Erkelenz, jetzt sichtlich schwer.

Seinen Abschiedsschmerz gab Claus Bürgers offen zu vor den vielen Kollegen und Gästen bei der Feier in der Leonhardskapelle: „Es fällt mit schwer.“ In einem Alter, wo die meisten Kollegen längst ihren Ruhestand genießen, mit 68 Jahren, stand die Zäsur in seinem Leben nun unabwendbar an. Für Bürgers heißt es Loslassen, nach über 40 Dienstjahren in der öffentlichen Verwaltung. Zweimal, 2015 und 2017, hat der heutige Stadtsozialdirektor den Eintritt in den Ruhestand verschoben. Dies belegt wohl am besten das, was in allen Abschiedsreden deutlich wurde und was Bürgers in seinem Dankesworten auch selbst bestätigte. Hier geht ein Mensch mit sozialer Ader und Antenne für die Jugend in Pension, für den der Beruf nie Job oder Verwaltungsroutine war, sondern Berufung und Leidenschaft.

Bürgermeister Peter Jansen war noch kein Verwaltungsmann begegnet, der so weit über die Altersgrenze hinaus aktiv war wie Bürgers. „Das zeigt, wie er zu seiner Aufgabe gestanden hat“, die er immer gerne, aus Überzeugung, ja Berufung gemacht habe. Und dies im größten Ressort der Stadt, was das Budget und das Personal von heute 210 Beschäftigten anbelange. „Er war mit vielen verbunden. Seine lockere, ruhige Art zeichneten ihn aus. Man spürte, dass er gern mit und für andere arbeitete.“

Bürgers Bodenständigkeit als Landwirtssohn aus Gerderath gehörte ebenso zur Charakteristik. In der Landwirtschaft begann auch der Berufsweg des späteren Sozialarbeiters beim Kreisjugendamt Heinsberg nach einem Studium an der Fachhochschule Niederrhein (Sozialwesen). 1982 wechselte Bürgers als Sozialarbeiter ins neu eingerichtete Jugendamt der Stadt Erkelenz, wo eine beachtliche Karriere begann, die über die Sachgebietsleitung Sozialer Dienst 2010 in die Leitung des Amtes für Kinder, Jugend, Familie und Soziales mündete, im März 2017 wurde Bürgers zum Stadtsozialdirektor ernannt. Jansens Fazit: „Du hast sehr tolle Arbeit für Erkelenz. geleistet. Es war mir eine Ehre, Dich als Amtsleiter zu erleben.“

Ähnlich der Tenor der Worte des Ersten Beigeordneten Hans-Heiner Gotzen, der 20 Jahre Zusammenarbeit Revue passieren ließ und vor allem auch den Teamarbeiter Bürgers würdigte. „Sie waren als Leiter auch außerhalb der Dienstzeit in Rufbereitschaft.“ Und: „Sie waren authentisch, haben Menschen durch Kommunikation überzeugt.“ Gotzen verwies auf die besonderen Herausforderungen in Bürgers Ressort mit vielen oft schwierigen Problemfällen, einem Geflecht von Erwartungen im Erziehungsbereich und den neuen Anforderungen an die Integration von Flüchtlingen und deren Kinder, für die sich Bürgers besonders eingesetzt habe.

Bürgers machte in seinen Dankesworten aus seiner Wehmut keinen Hehl. Und er blickte mit mancher Anekdote zurück auf die Anfänge gemeinsam mit 12 engagierten Kolleg(inn)en an der Südpromenade. „Wir wollten beweisen, dass wir auch als kleines Jugendamt viel leisten konnten.“ Die Kita-Ausbauten und die Flüchtlingsintegration nannte er als beispielhaft bewältigte Herausforderungen, immer geleitet von dem Anspruch: „Wie sicherst Du als Jugendamt das Kindeswohl?“

Mit Augenzwinkern las er dann einen Text des Autors Martin Suter übers Loslassen und den nicht immer leichten Übergang in den Ruhestand. Der für Bürgers – natürlich – ein aktiver sein wird, wie er betonte: mit Zeit für Familie, (kirchliches) Ehrenamt, Gartenarbeit und Rennradfahren. Bürgers: „Ich gehe in Dankbarkeit“, Arbeit und Kollegen seien für ihn eine Bereicherung gewesen. „Bringen Sie meinem Nachfolger Ralf Schwarzenberg die gleiche Loyalität entgegen“, wünschte sich Bürgers, der mit dem Hückelhovener Jugendamtsleiter seit vielen Jahren Verbindungen pflegte. Und an die Verwaltungsspitze gewandt: „Lassen Sie weiter Raum für Kreativität.“

Klar, dass auch Bürgers’ Mitarbeiter(innen) und die Kita-Leiterinnen es sich nicht nehmen ließen, mit Dankesworten und humorigen Erinnerungen die gute Zusammenarbeit mit ihrem Chef zu würdigen.

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