Aktionen in Erkelenz zum globalen Klimastreik: Schneller Kohleausstieg gefordert

Aktionen in Erkelenz zum globalen Klimastreik : Schneller Kohleausstieg gefordert

Zum globalen Klimastreik gab es verschiedene Aktionen, darunter eine Radtour zum Tagebau und eine Ausstellung im Cusanus-Gymnasium.

Mit dieser Unterstützung hätte Anna Thönissen von Fridays for Future nicht gerechnet. Als sie die Versammlung anmeldete, von der aus die Radtour zum Tagebau Garzweiler II starten sollte, war sie von 30 Teilnehmern ausgegangen. Tatsächlich hatten sich bei der Aktion im Rahmen des globalen Klimastreiks am Freitag vor dem Erkelenzer Rathaus rund 100 Radfahrer und 50 Unterstützer eingefunden, um an der Protestaktion teilzunehmen.

Vor dem Start machte Pfarrer Lutz Dittmar noch einmal auf das Anliegen aufmerksam: schnellstmöglicher Ausstieg aus der Braunkohle. Kritische Worte fand der evangelische Pfarrer für die katholische Kirche. Sie leiste durch den Verkauf der Kirchen und Friedhöfe Beihilfe zum andauernden Raubbau an der Natur. Eine Kirche sei eine Seele des Dorfes. Wie RWE mit dieser Seele umgehe, habe das Beispiel Immerath bewiesen: Sie wird zerstört, vernichtet, platt gemacht.

Mit einiger Verzögerung machte sich der Konvoi auf den Weg. Mit dabei waren auch Schüler des Cusanus-Gymnasiums, das sich eindrucksvoll und nachhaltig an der Klimaschutzaktion beteiligt. Am Tag des globalen Klimaschutz startete das Projekt „Damit die Welt zusammenhält“ mit einer Ausstellung, in der Schüler und Lehrer deutlich machen, was sie zum Klimaschutz beitragen können. In kleinen Schritten geht es zu großen Zielen.

„Zum einem zeigen wir und solidarisch mit allen, die heute für das Klima auf die Straße gehen, zum anderen ist das Motto ein Appell an uns alle im Lebensraum Schule, sich zu engagieren“, erläutert die Lehrerin Monika Ragazzi, die Koordinatorin des Projekts. „Es hat eine überwältigende Resonanz in der Schule gegeben.“

Ursprünglich war das Projekt für die Schüler der Unterstufe gedacht, doch dann wollten auch die Oberstufenschüler mitmachen, wie die Biologielehrerin Christiane Krause-Schotten erfreut berichtet. Da war der Schritt nicht mehr weit, auch die Lehrer einzubinden. Sie haben auf Zetteln kundgetan, was sie zum Schutz des Klimas beitragen wollen.

Ihre Ziele stimmen größtenteils mit denen der Schüler überein: weniger Plastikmüll, weniger Fahrten mit dem Auto zum Unterricht, Fahrgemeinschaften. „Der Nachhaltigkeitsgedanke hat bei uns eine neue Bedeutung gefunden“, meint Schulleiter Jörg Diepenthal. Im Unterricht und im Schulleben soll noch mehr als bisher auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit gesetzt werden. Ihre Ziele und Wünsche haben die Klassen auf Plakaten notiert, die an den Klassentüren kleben.

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