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Ärger um Naherholungsgebiet Malter

An der L19 bei Erkelenz-Kückhoven : Ärger um Naherholungsgebiet Malter

Mit Geld von RWE haben Mitglieder des Vereins der Natur- und Angelfreunde das Naherholungsgebiet bei Kückhoven an der Landstraße 19 saniert. Der Teich ist abgedichtet, jetzt muss die große Weide am Ufer gefällt werden.

Die Situation rund um das Naherholungsgebiet Malter zwischen der Bebauung und der Landstraße 19 war bei der Sitzung des Bezirksausschusses Kückhoven im April 2019 das dominierende Thema. Der See verlor Wasser, wofür der Verein der Natur und Angelfreunde RWE ursächlich machten. Die damals aufkommenden Wogen schienen abgeebbt, bis vor wenigen Tagen erneut Protest aufkeimte. Inzwischen scheint das Thema aber zu einem abgeflauten Sturm im Wasserglas geworden zu sein. Der erneute Ärger wurde wegen einer abgestorbenen Weide entfacht, über deren Entsorgung wie über die Finanzierung der Fällung unterschiedliche Auffassungen vorherrschten.

Dieses idyllische Gebiet ist zum Bedauern der Natur- und Angelfreunde nach wie vor für die Öffentlichkeit gesperrt. Nachdem wegen des Tagebaus Garzweiler II unumstritten der Grundwasserspiegel gesunken und der Brunnen leergelaufen ist, verlor die Malter mehr und mehr an Wasser. Ursprünglich einmal als Sammelbecken für Regenwasser angelegt, wurde vor Jahrzehnten ein Brunnen von 40 Metern Tiefe gebohrt, als der Grundwasserspiegel noch bei 26 Meter stand. Die Angelfreunde rekultivierten damals in mühevoller Arbeit das Teichgelände und verdichteten die Mulde auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Gelände mit 300 Tonnen Ton. Doch war alle Mühe vergebens.

RWE hat inzwischen 60.000 Euro als Einmalzahlung geleistet. Damit haben die rund 40 Vereinsmitglieder die Malter in den letzten Monaten saniert. „Das Geld ist fast aufgebraucht“, sagte der Vorsitzende Wilfried Küppers. In rund 6000 Arbeitsstunden wurde das Gewässer abgedichtet, 2000 Kubikmeter Wasser fasst es nun. Der Fischbestand wird sukzessive eingelassen. Inzwischen wurde sogar der Pachtvertrag zwischen Verein und Stadt Erkelenz bis 2029 verlängert.

Alle könnten zufrieden sein – sind es aber nicht. Dem Verein ist es ein Dorn im Auge, dass die Stadt den Zutritt zum Gelände nur Vereinsmitgliedern erlaubt. „Das hier ist immer ein Naherholungsgebiet für die Kückhovener gewesen“, meint Küppers, „und so sollte es wieder sein“. Er verweist darauf, dass rund um das 50 mal 25 Meter große Gewässer ein Weg angelegt worden ist, auf dem sogar Rollstuhlfahrer unterwegs sein könnten. Das größte Ärgernis ist in seinen Augen aber eine abgestorbene Weide direkt am Ufer. Vor drei Jahren hat ein Blitzeinschlag ihr den Garaus gemacht. Sie muss, darin sind sich alle einig, gefällt werden. Im letzten Jahr, so sagt Küppers, habe die Stadt zugesagt, sie würde die Fällung und die Kosten dafür übernehmen. „Jetzt sollen wir dafür aufkommen“, meint er und sieht einen Wortbruch. Nach einem Kostenvoranschlag seien 6000 Euro zu berappen. „Dieses Geld haben wir nicht mehr in der Kasse.“

Jürgen Simon, der Vorsitzende des Bezirksausschusses Kückhoven und der Mann mit dem direkten Draht zur Verwaltung, beschwichtigt. Unbestritten ist für alle, dass die Weide weg muss. Unbestritten ist auch, dass ein Fachunternehmen mit der Fällung beauftragt werden muss, weil sie direkt am Ufer steht und über ihr eine Stromleitung verläuft. Nach seiner Information betragen die Kosten 2500 Euro, die sich Stadt und Verein teilen könnten. Der Termin für die spektakuläre Aktion stand auch schon fest. Es sollte der 20. Juli sein. Doch da spielte der Landwirt nicht mit, über dessen Weiden der schwere Kranwagen fahren muss, um zur Malter und zur Weide zu gelangen. Jetzt hat man sich auf einen Termin im Winter geeinigt. „Bis dahin tut sich ja vielleicht auch noch etwas in der Frage der Kostenübernahme“, meint Simon.