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Erkelenzer Land: Achtung, nicht betreten!

Erkelenzer Land : Achtung, nicht betreten!

Die Stadtverwaltungen in Wegberg und Erkelenz warnen ausdrücklich davor, zugefrorene Weiher und Seen zu betreten. Dennoch sind sie beliebte Ausflugsziele. In Mönchengladbach ist am Sonntag ein Kind in einen Weiher eingebrochen.

Sie sehen stabil aus, die Eisdecken auf den Seen, Weihern und Teichen in der Region. Schon seit Tagen sind im Internet in den sozialen Netzwerken Bilder von Menschen zu sehen, die zugefrorene Eisflächen betreten, zum Beispiel an der Holtmühle in Wegberg oder im Ziegelweiherpark in Erkelenz. Dass dies lebensgefährlich sein kann, zeigt ein Beispiel aus Mönchengladbach: Am Sonntag ist am Geroweiher ein Junge mit einem Bein eingebrochen.

 % Eisbrocken auf Wegbergs Stadtparkweiher. ( Enten finden auf dem Ziegelweiher in Erkelenz noch offenes Wasser. ' Besucherspuren auf dem Eis des Regenrückhaltebeckens Oerather Mühlenfeld.
% Eisbrocken auf Wegbergs Stadtparkweiher. ( Enten finden auf dem Ziegelweiher in Erkelenz noch offenes Wasser. ' Besucherspuren auf dem Eis des Regenrückhaltebeckens Oerather Mühlenfeld. Foto: hec/back/spe

Die Stadtverwaltungen in Wegberg und Erkelenz warnen ausdrücklich davor, zugefrorene Weiher und Seen zu betreten. In Wegberg sind viele Wasserflächen wie der Holtmühlenweiher, der Buschmühlenweiher, die Weiher an der Ophover Mühle und im Stadtpark sowie die Wasserflächen an der Tüschenbroicher Mühle durch die anhaltenden Minustemperaturen der vergangenen Tage zugefroren. "Die Flächen werden durch die Stadt Wegberg nicht freigegeben, so dass ein Betreten derselben auf eigene Gefahr erfolgt", stellt Ulrich Schulz klar. Der Leiter des Wegberger Ordnungsamtes weist darauf hin, dass sich immer wieder Unfälle auf zugefrorenen Wasserflächen ereignen, weil Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Tragfähigkeit des Eises überschätzen und allzu leichtsinnig zugefrorene Weiher oder sonstige Eisflächen betreten. Vor allem in Bereichen von Zu- und Abläufen könne es sein, dass die Eisschicht nicht dick genug ist. Und tatsächlich: Wer beispielsweise an den Weihern an der Holtmühle und an der Buschmühle genau hinschaut, entdeckt Bruchstellen. Am Rand des Weihers im Wegberger Stadtpark klafft sogar ein großes Loch im Eis. Trotzdem zieht es immer wieder Kinder und Jugendliche auf die gefrorenen Gewässer.

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Foto: Speen
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Dass viele Menschen die Gefahr völlig unterschätzen, weiß auch Dorothe Symes von der Holtmühle zu berichten. Der Weiher an der Hospitalstraße ist seit Tagen zugefroren, viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene kommen mit Schlittschuhen zur Holtmühle, drehen Runden auf dem Eis oder spielen dort Eishockey. Auch einige Anrufer hätten sich bei ihr erkundigt, ob der Holtmühlenweiher zugefroren sei, weil man zum Eislaufen vorbeikommen wolle, berichtet Dorothe Symes. "Ich weise die Leute dann darauf hin, dass das Betreten der Eisfläche nicht erlaubt und gefährlich ist", erklärt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch vom Eis holen könne sie die Leute natürlich nicht. Offensichtlich kümmern sich manche nicht um das Verbot und betreten trotz eindringlicher Warnungen die Eisflächen. Genau aus diesem Grund ist es vor einigen Jahren zu einem Polizeieinsatz an der Holtmühle gekommen, erinnert sich Dorothe Symes: "Die Polizei hat die Leute damals vom Eis geholt", sagt sie.

Erkelenzer Land: Achtung, nicht betreten!
Foto: Speen

"Die zugefrorenen Wasserflächen in Erkelenz stellen eine Gefahr dar", erklärt Ansgar Lurweg, der Technische Beigeordnete der Stadt. Als Beispiele seiner Warnung dienen der Ziegelweiher in der Innenstadt und das Regenrückhaltebecken im Oerather Mühlenfeld. "In das Rückhaltebecken fließt Wasser hinein und versickert von dort aus, so dass sich unter der Eisschicht Hohlräume bilden können - noch gefährlicher ist das beim Ziegelweiher, wo Regenwasser rein und raus fließt, so dass dort noch schneller Hohlräume entstehen. Beide dürfen nicht betreten werden." Die Stadtverwaltung erteilte keinerlei Freigaben.

Die Stadt Erkelenz hat Schilder aufgestellt, zuletzt wurden die im Oerather Mühlenfeld vor dem Winter noch erneuert, die warnen: "Betreten der Eisfläche verboten!" Dass diese Schilder alles sagen, findet Ansgar Lurweg. Weil sich auf den Eisflächen aber Spuren zahlreicher Besucher erkennen lassen, zeigt sich, dass diese Warnungen auch ignoriert werden.

Wie gefährlich es sein kann, solche zugefrorenen Wasserflächen zu betreten, zeigt das Beispiel von Sonntagnachmittag aus Mönchengladbach. Dort hatten Kinder auf dem Geroweiher gespielt. Eines war mit einem Bein ins Eis eingebrochen. Glücklicherweise ist dies direkt am Ufer geschehen, der Junge lediglich mit einem Schrecken davongekommen. Erwachsene Passanten, die die Kinder schon zuvor maßregelten, verständigten die Polizei, um die Kinder vom Eis zu holen.

(RP)