Besuch aus der Partnerschaft Saint-James in Erkelenz „Eine gelebte deutsch-französische Freundschaft“

Erkelenz · Anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung des Elysée-Vertrages wurde die Partnerschaft mit Saint-James in Erkelenz gewürdigt.

Vor Erkelenzern und Gästen aus der französischen Partnerstadt Saint-James sprach Oliver Keymis, ehemaliger Vizepräsident des NRW-Landtages   RP-Foto:   Jürgen Laaser

Vor Erkelenzern und Gästen aus der französischen Partnerstadt Saint-James sprach Oliver Keymis, ehemaliger Vizepräsident des NRW-Landtages RP-Foto: Jürgen Laaser

Foto: Laaser, Jürgen (jl)

60 Jahre Elysée-Vertrag: Mit einem umfangreichen Programm erinnerte „Erkelenz International“ als Verein für Städtepartnerschaften gemeinsam mit zahlreichen Gästen aus der Partnerstadt Saint-James an den historischen Akt, mit dem Konrad Adenauer und Charles de Gaulle anno 1963 die deutsch-französische Freundschaft besiegelten. Die französischen Gäste nahmen eine in der Lebenshilfe-Werkstatt angefertigte „Bank gegen Ausgrenzung“ in Empfang, ließen sich in der Erkelenzer Gemeinschaftshauptschule über die bewegende Gedenkstättenfahrt ins ehemalige Vernichtungslager Auschwitz informieren und kamen mit Schülerinnen und Schülern aus der Erka-Stadt ins Gespräch.

Als Festredner hatte Rolf Gatzen, Vorsitzender des Vereins „Erkelenz International“, den ehemaligen Landtags-Vizepräsidenten und Initiator der Parlamentariergruppe NRW-Frankreich, Oliver Keymis, eingeladen. Er erinnerte daran, dass rnd 2200 deutsch-französische Städtepartnerschaften inzwischen entstanden seien, dazu eine „beeindruckende deutsch-französische Handelsbilanz“. In Nordrhein-Westfalen seien etwa 250 „Jumelages“ zu verzeichnen, dazu 425 schulische Partnerschaften. „Das alles verdanken wir ganz konkret dem Elysée-Vertrag“, betonte Keymis. Die jüngste dieser Partnerschaften, sagte Keymis, sei im Übrigen im Kreis Heinsberg zu finden: Selfkant verbindet seit dem 13. September eine Städtepartnerschaft mit Pont-Croix in der Bretagne.

Erkelenz trete derweil den „Beweis der gelebten deutsch-französischen Freundschaft“ seit 49 Jahren an. Europa werde auf diese Weise in den vielfältigsten Formen gelebt. Zum europäischen Weg gebe es keine Alternative, machte dann Rolf Gatzen deutlich. Und: Sich für den europäischen Gedanken zu engagieren, sei kein Privileg einiger weniger Menschen, sondern „das Privileg aller Menschen, die in Freiheit und in von humanistischen Werten geprägten Gesellschaften leben“.

Bei der Festveranstaltung im Alten Rathaus stellte Bürgermeister Stephan Muckel fest, dass zahlreiche Freundschaften entstanden seien. Sein Kollege aus der Partnerstadt Saint-James, David Juquin, wies auf die anstehenden Feierlichkeiten im kommenden Jahr hin, wenn die 50-jährige Städtepartnerschaft gefeiert wird. Menschliche Beziehungen seien das Wichtigste an einer solchen Partnerschaft, sie hielten sie lebendig, ergänzte Juquin. Und Yannick Duval als Vorsitzender des Partnerschaftskomitees in Saint-James erinnerte an den verstorbenen früheren Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, der ein überzeugter Europäer gewesen sei: „Wir sind in Gedanken bei ihm.“