Klimacamp gegen Tagebau in Erkelenz: 1000 Polizisten rund um Klimacamp im Einsatz

Klimacamp gegen Tagebau in Erkelenz : 1000 Polizisten rund um Klimacamp im Einsatz

Klimacamp 2017 in Erkelenz: Braunkohle-Gegner üben zivilen Ungehorsam

Die Nacht und der frühe Morgen sind rund um das Klimacamp bei Erkelenz ruhig verlaufen. Ab dem heutigen Tag haben die Braunkohlegegner jedoch Proteste verschiedener Art angekündigt. Dafür nehme man auch Straftaten in Kauf.

Mit Ablauf des Ultimatums, das RWE-Power für einen vollständigen und sofortigen Ausstieg aus der Braunkohle gestellt worden war, hat es keine direkten Reaktionen gegeben, sagte Polizeisprecher Paul Kemen unserer Redaktion.

Seit einer Woche diskutieren mehr als 1000 Umweltaktivisten beim Klimacamp in Erkelenz. Von diesem Donnerstag an bis Samstag wollen sie sichtbare Zeichen gegen die Braunkohle-Verstromung setzen. Die Polizei ist derzeit mit 1000 Kräften im Rheinischen Revier zugegen. Sie sollen Demonstrationen und Mahnwachen schützen wie auch 90 Kilometer Abbruchkante der drei Tagebauten und die 130 Kilometer lange Strecke der Hambach-Bahn.

Aktuell sind rund 100 Motorradfahrer der Gewerkschaft IGBCE ab Jackerath zu einer Fahrt gegen gewalttätige Demonstrationen und für sichere Arbeitsplätze aufgebrochen. Aus dem Klimacamp startet am Morgen eine Fahrrad-Demo.

Am Morgen fuhren zahlreiche Polizeibeamte am Immerather Dom vorbei und weiter zur Tagebaukante. Laut Polizeiangaben will man dort Präsenz zeigen und Demonstranten auf die Gefahren an der Stelle hinweisen. Wie eine Klimacamp-Sprecherin mitteilte, rechne man am Donnerstag aber nicht mehr mit größeren Aktionen. Vielmehr seien aktuell viele "kreative Kleingruppen" unter dem Motto "Fang den goldenen Bagger" unterwegs. "Verschiedene Gruppen planen niederschwellige und nette Auftaktaktionen", teilte die Sprecherin am Donnerstag mit. Im Vorfeld hatte eine Sprecherin von "Ende Gelände" erklärt, dass der Abbau von Braunkohle mit zivilen Ungehorsam blockiert werden soll. Dafür werde man auch Straftaten wie Hausfriedensbruch in Kauf nehmen.

Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energier (IG BCE) hält noch bis Freitagabend eine Mahnwache in der Nähe des Tagebaus. Zu Besuch waren am Mittag Lutz Kunde,Leiter des Tagebaus Garzweiler II und Manfred Maresch, IG BCE-Vorsitzender des Bezirks Alsdorf. Am Nachmittag wird dort um 14 Uhr eine Delegation aus dem Klimacamp erwartet und ab 18 Uhr soll es eine Kundgebung mit bis zu 500 Teilnehmern geben. "Wir sind hier, um gegen gewaltsamen Protest zu demonstrieren und um ein Zeichen zu setzen, dass niemand in die Tagebaue und Kraftwerke eindringen darf", sagte Maresch am Mittag.

Unabhängig vom Klimacamp ist ein weiteres Camp bei Bedburg von einer Privatperson aus Hamburg angemeldet worden, die etwa 500 weitere Umweltschützer erwartet. Die Polizei Aachen hat diese Anmeldung der Versammlung bestätigt.

(spe, top, skr)
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