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Emmerich: Zweifache Mutter erstochen: Prozess startet

Emmerich : Zweifache Mutter erstochen: Prozess startet

Wegen Totschlags und versuchten Totschlags muss sich ein 32-jähriger Pole ab dem 29. Juni vor dem Landgericht Kleve verantworten.

Es war ein Fall, der Emmerich erschütterte, ab Montag in einer Woche wird er auf der Schwanenburg in Kleve verhandelt: Im November vergangenen Jahres hatte ein 32-jähriger Pole an der Nierenberger Straße morgens eine 26-jährige, unter ihm wohnende Frau im Beisein ihrer beiden Kinder (damals ein und vier Jahre alt) mit einem 30 Zentimeter langem Fleischermesser erstochen und die 45 Jahre alte Großmutter schwer verletzt. Unmittelbar nach der Messerattacke war der Mann bei einem Bekannten an der Mühlenstraße eingebrochen und hatte ihn ohne Vorwarnung mit einem Bierglaskrug angegriffen und am Kopf und im Gesicht verletzt.

Nach einer groß angelegten Fahndungsaktion hatte die Polizei den Polen einen Tag später in einem Waldstück zwischen Hüthum und Elten nahe der B 8 verhaften können. Der Mann, der geständig war, hatte den Ermittlern erklärt, Stimmen hätten ihn dazu aufgefordert, die Taten zu begehen.

Die Polizei ging nach der Festnahme davon aus, dass der Pole, der verheiratet ist und sechs Kinder hat, möglicherweise unter einer Psychose litt - auch deshalb, weil es für die Taten keinen erkennbaren Anlass gab. Täter und Opfer waren miteinander bekannt. "Es gibt kein anderes Motiv. Es gab vorher keinen Streit. Zwischen den beiden Familien gab es ein freundschaftliches Verhältnis", hatte damals der Chef der "Mordkommission Nierenberger Straße", Gerhard Hoppmann, gesagt. Vielleicht spielten auch Drogen bei dem Verhalten des Täters eine Rolle. Dass der Arbeitslose Betäubungsmittel konsumierte, hatte die Polizei herausgefunden.

Der Pole muss sich nun wegen Totschlags, versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie einer weiteren Körperverletzung - begangen jeweils im Zustand der Schuldunfähigkeit - vor dem Landgericht in Kleve verantworten.

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt werden 15 Zeugen und ein Sachverständiger gehört. Das Urteil wird voraussichtlich am 14. Juli gesprochen.

(RP)