Emmerich: Zu viele Supermärkte: Albert Heijn in 's-Heerenberg gibt auf

Emmerich : Zu viele Supermärkte: Albert Heijn in 's-Heerenberg gibt auf

Der Supermarkt Albert Heijn im Einkaufszentrum "De Bongerd" in 's-Heerenberg schließt im Mai. Das Geschäft hat keine Zukunft mehr in einer Stadt, in der es fünf Supermärkte gibt. Das hat jetzt die Tageszeitung "De Gelderlander" geschrieben.

"Mit der Ansiedlung von Aldi vor einem halben Jahr gibt es nun fünf Supermärkte in 's-Heerenberg", zitiert die Zeitung Roelof de Boer, seit 2008 Franchisenehmer von Albert Heijn (AH) in "De Bongerd", ein kleines Einkaufszentrum zwischen der Stadt und dem Dorf Lengel. "Das bedeutet fünf Supermärkte für rund 8000 Einwohner. Ich denke nicht, dass es irgendwo anders einen Ort gibt mit so vielen Supermärkten für so wenig Einwohner."

Dazu komme, dass das Gebäude des Geschäftszentrums, gebaut zu Beginn der 1960er Jahre, stark veraltet sei. "Wir müssten kurzfristig investieren, wenn wir hier weitermachen wollen", sagt De Boer. "So muss unter anderem die Infrastruktur der Kassen modernisiert werden. Aber diese Investition ist nicht rentabel, vor allem deshalb, weil es zu viele Supermärkte in 's-Heerenberg gibt. Auch ein Umzug wäre keine Option. Wir sind keine Eigentümer des Gebäudes und Mitte Mai läuft der Pachtvertrag aus."

Der Supermarkt wird also im Laufe des Monats Mai schließen. Seit den 1960er Jahren gab es immer in "De Bongerd" einen Supermarkt. Seit rund 30 Jahren war das Albert Heijn. "Wir sind hier in einem Stadtteil, wo wir stets mit Freude gearbeitet haben", sagt De Boer der Zeitung. "Zu den Kunden aus dem Stadtviertel haben wir auch immer viele Besucher aus Lengel gehabt, wo es keinen Supermarkt gibt." Neben Albert Heijn in "De Bongerd" gibt es in 's-Heerenberg einen "Coop" am Plantsoensingel, einen "Jumbo" am Stadsplein, einen Lidl am "Emmerikseweg" und seit einem halben Jahr einen Aldi an der Molenpoortstraat.

Durch die Schließung von AH verlieren 17 Leute ihre Arbeit, dazu kommen rund zehn Aushilfen. "Wir werden dafür sorgen, dass unsere festangestellten Mitarbeiter, wovon etliche bereits seit vielen Jahren bei uns beschäftigt sind, so gut wie möglich versorgt werden", sagt De Boer. "Wir versuchen, ihnen eine Entschädigung zukommen zu lassen oder - wenn sie es möchten - sie in anderen Albert Heijn-Filialen unterzubringen." Die Mitarbeiter bekamen die Nachricht über die bevorstehende Schließung am Montagabend der vergangenen Woche mitgeteilt.

(moha)
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