Haffen : Der schöne Klaus ist drei Meter lang und weiß-gelb gemustert

Manege frei in Haffen: Der Regenbogen-Kindergarten hat einen Zirkus zu Gast. In dieser Woche werden die Kinder selbst zu Dompteuren, Clowns und Akrobaten.

Ein Knirps kann nicht mehr an sich halten. „Ist die eeecht?“, ruft er laut über den Platz. „Ja, ist das vielleicht ein Gartenschlauch?“, konterte der Zirkusdirektor rhetorisch. „Nein“, jubeln die Regenbogenkinder. Vor ihnen schlängelt sich eine drei Meter lange Schlange. „Das ist Klaus und ein Tigerpython“, stellt Alfons Spindler die Würgeschlange vor. In dieser Woche heißt es „Manege frei!“ für die Kinder im Haffener Regenbogenkindergarten.

Nicht alle sind gleich mutig, den Neuzugang vor ihrem Kindergarten näher kennenzulernen. Doch das ändert sich schnell. Alfons Spindler geht mit Klaus an den Sitzreihen vorbei und jeder der mag, darf Tuchfühlung zu Klaus aufnehmen. Der nimmt’s gelassen, züngelt nur.

Der schöne Klaus, weiß-gelb gemustert, so erfahren die Kinder, züngelt, weil er mit der Zunge riecht. „Könnt ihr das auch?“, fragt der Zirkusdirektor. „Neiiiin“, rufen alle. Nun bietet der Mann vom Berliner Circus Liasion an, Klaus mal zu halten. Die Freiwilligen stehen schon bald auf der (Zirkus-)Matte.

Der Tag dient der Vorführung. In dieser Woche werden die Regenbogen-Kinder selbst zu Dompteuren, Seiltänzern, Clowns, Akrobaten und Hula Hoop-Künstlern. Dazu will das Team von Circus Liasion die 21 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren anleiten. Mayleen (5), Amelie (4) und Yvaine (5) jedenfalls wissen schon, dass sie die schillernden Hula Hoop-Reifen um ihre Körper kreisen lassen wollen. 

„Applaus für die Raubtiere“, kündigt Alfons Spindler die nächste Nummer an: Penny, Brow und Claydon kommen angelaufen. Die Raubtiere entpuppen sich als Ziegen! Sie können auf den Hinterbeinen laufen, durch Reifen springen. Oder bockig sein. Auch die Hunde-Nummer, bei der Oschi, der Kleinste, statt zu gehorchen, sich um die eigene Achse dreht und rücklings liegen bleibt, erheitert die Kinder.

Das Zirkusprojekt hat einen pädagogischen Zweck: „Die Kinder sollen in neuem Umfeld und von neuen Personen lernen“, erklärt Kindergarten-Leiterin Elke Schulte. Um Selbstbewusstsein zu gewinnen, neue Talente an sich zu entdecken. Klar, dass auch die fünf Kinder mit Handicap einbezogen sind.

Und was hat am besten gefallen? „Der Seiltanz“, sagt Amelie (4). Es war in der Tat schön anzusehen, wie Mandy Kübler mit Flitter am Kostüm über den Drahtseilakt meisterte. Chapeau!

Vorführung ist am Sonntag, 9. September, 11 Uhr,  im Zelt vor ihrem Kindergarten. Eintritt: 3 Euro. Mit dabei ist auch die HKV-Tanzgruppe, es gibt Pommes, Kaltgetränke, Kaffee und Kuchen.

(rau)