Emmerich: Willibrord-Gymnasium: Mit 14 Jahren zum Studium an die Uni

Emmerich : Willibrord-Gymnasium: Mit 14 Jahren zum Studium an die Uni

Dem Willibrord-Gymnasium geht der kluge Nachwuchs nicht aus. Neuester Beweis: Sechs Schüler wurden ausgezeichnet, weil sie im Wintersemester an der Universität Duisburg-Essen ein Frühstudium absolviert haben.

Ob Soziologie, Medizin, Informatik oder Psychologie - die jungen Studenten, allesamt zwischen 14 und 16 Jahre alt, decken ein breites Fächerspektrum ab. Ein ganzes Semester lang sind Sarah Rakebrandt, Yannis Ruß, Anna Heiting, Cem Aker, Malte Temm und Sarah Ricken einen Tag in der Woche ins Ruhrgebiet gefahren, um dort an Vorlesungen teilzunehmen. Und hatten dort eine gute, wenn auch anstrengende Zeit. Morgens ging es teilweise schon um 6 Uhr mit dem Zug los, versäumte Unterrichtsstunden mussten nachgearbeitet werden.

"Den Schulstoff nachzuholen, war aber eigentlich kein großes Problem", sagt Cem Aker, der sein Frühstudium sogar verlängert hat und derzeit ein zweites Semester im Fach Wirtschaftswissenschaften absolviert. An der Uni hat er sogar zwei Klausuren geschrieben und bestanden, eine mit 1,3. Dass es zu keinen ernsthaften Problemen in der Schule kommt, dafür sorgt auch das Auswahlverfahren am Willibrord. "Jeder Schüler, der an dem Programm teilnehmen möchte, sollte mindestens einen Notenschnitt von 1,9 haben", sagt Lehrer Jörg Brinkmann, der die Hochbegabtenförderung koordiniert. "Außerdem führen wir mit jedem ein persönliches Gespräch und entscheiden dann, ob die nötige Reife vorhanden ist. Und wenn der Schnitt dann bei 2,0 liegt, ist das auch kein Problem."

Sarah Rakebrandt hat den Einblick in den Uni-Alltag genossen. "Man kann in den Vorlesungen auch mal aufs Handy gucken oder etwas essen, ohne dass sich der Dozent aufregt." Freiheiten, die es in der Schule nicht gibt. Auch Cem findet, dass die Uni deutlich mehr Spaß macht. Brinkmann nimmt ihnen diese Meinung nicht übel, begrüßt sie sogar: "Das ist ja auch Sinn des Ganzen. Letztlich bilden wir für die Unis aus."

Das Willibrord-Gymnasium stellte mit sechs von 71 die drittmeisten Frühstudenten an der Uni.

(Christian Schmitt)
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