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Emmerich: Wieder in Emmerich: Streife auf zwei Rädern

Emmerich : Wieder in Emmerich: Streife auf zwei Rädern

Nach zweijähriger Unterbrechung hat die Wache Emmerich wieder zwei Beamte, die auf Fahrrädern Streife fahren. Die beiden Polizisten sollen vor allem helfen, Fahrradunfälle zu vermeiden.

Auf den ersten Blick sehen diese Beamten etwas gewöhnungsbedürftig aus. Holger Tenhaft und Marco Schacht tragen nicht die übliche Uniform, an der man Polizisten sofort erkennt. Wenn sie auf Streife sind, haben sie leuchtend gelbe Jacken an und ihr Dienstfahrzeug hat auch nur zwei Räder. Die beiden Polizeioberkommissare sind nämlich auch als Fahrradpolizisten im Einsatz.

Zwei Jahre hatte die Emmericher Wache keine Fahrradstreife auf die Straße schicken können. Jetzt, seit Ende letzten Jahres, hat die Personalsituation das wieder ermöglicht. Holger Tenhaft (53) und Marco Schacht (47) haben sich freiwillig dafür gemeldet. Den Einsatz auf zwei Rädern absolvieren sie im Rahmen ihres normalen Schicht- und Wachdienstes. Die körperlichen Voraussetzungen bringen sie dafür mit.

23 Fahrradpolizisten gibt es insgesamt im Kreis Kleve. Schacht und Tenhaft sind hauptsächlich für den Emmericher Innenstadtbereich zuständig, können aber auch in Rees im Einsatz sein. Vor allem in Emmerich hat der Dienst auf dem Rad einen ernsten Hintergrund: "Hier sind die Unfallzahlen mit Fahrradfahrern von 2016 auf 2017 um 28 Prozent gestiegen", weiß Holger Tenhaft. Er und sein Kollege sollen helfen, solche Unfälle zu vermeiden.

Mit ihren Mountainbikes sind sie für die Schulwegsicherung zuständig, stehen an Punkten, an denen es oft zu Verstößen gegen Verkehrsregeln kommt. Besonders häufig registrieren sie Radfahrer, die während ihrer Fahrt telefonieren oder die falsche Seite der Straße beziehungsweise des Radwegs nutzen. "Diese Beobachtungen spiegeln sich auch in den Unfallzahlen wider", sagt Tenhaft, der auch feststellt: "Manche Radfahrer denken, für sie gelten gar keine Verkehrsregeln."

Aber auch auf Autofahrer achten die beiden. Kommt es zu kleineren Unfällen, können sie auch die aufnehmen. Unterwegs sind Schacht und Tenhaft immer nur alleine. Über Funk halten sie den Kontakt zur Wache. In ihren Fahrradtaschen haben sie nur das Nötigste dabei: Formulare, ein Geldkartenlesegerät und Plastikhandschellen. Dienstwaffe und Funkgerät befinden sich am Gürtel.

Gut 25 Kilometer absolvieren Schacht und Tenhaft pro Schicht auf ihren Rädern. Bei Wind und Wetter sind sie unterwegs. Weil sie die Emmericher Straßen und Radwege gut kennen, haben sie auch auch schon einige Gefahrenstellen für Radfahrer ausgemacht, die sie an die Stadt Emmerich weitermelden. Beispielsweise den Radweg über Schienen der Hafenbahn.

Bei den Bürgern scheint die neue Streife gut anzukommen. "Egal, wo wir stehen, nach ein paar Minuten werden wir angesprochen", sagt Marco Schacht. Viele fänden es gut, dass die Polizei auf diese Weise Gesicht zeige. "Wir sind so viel näher am Bürger als aus dem Auto heraus", weiß der Gocher. Das kann sein Kollege aus Vrasselt nur bestätigen: "Selbst wenn wir Knöllchen verteilen, finden es manche sogar gut, dass wir an dieser Stelle gestanden und aufgepasst haben."

(RP)