Rees: Wesser: Stadt will Flächen für Reeser Welle verkaufen

Rees: Wesser: Stadt will Flächen für Reeser Welle verkaufen

Am kommenden Dienstag soll darüber im Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung geredet werden. In Esserden hat sich eine BI gegründet.

Am kommenden Dienstag steht ein heikles Thema auf der Tagesordnung des Reeser Rates. Allerdings im nicht-öffentlichen Teil. Helmut Wesser von den Grünen hat es gestern öffentlich gemacht: Die Stadtverwaltung schlägt vor, ihr Eigentum, das im Bereich der geplanten Abgrabungsfläche Reeser Welle liegt, an das Abgrabungsunternehmen zu verkaufen.

Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Projekt noch nicht genehmigt worden ist und die Gegner weitere Details von Fachleuten wollen, um mögliche Gefahren für die Häuser in Esserden benennen oder ausschließen zu können.

Es fällt ebenfalls in eine Zeit, in der sich der Kreis Kleve mit dem Thema beschäftigt. Bürgermeister Christoph Gerwers hat in den vergangenen Tagen immer wieder betont, dass in Kleve die Entscheidung darüber falle. Zudem sieht er nur wenige Möglichkeiten für die Behörden, die Abgrabung zu verbieten.

Gerwers hat auch erklärt, dass die wenigen Flächen, die der Stadt Rees gehören, eine Abgrabung nicht verhindern könnten, würden sie nicht verkauft werden. Wesser sieht das so nicht: "Sie sind in ihrer Wirkung größer."

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Die Abgrabungsgegner werfen dem Reeser Bürgermeister vor, sich nicht genügend gegen die Abgrabung zu stemmen, zumal der Reeser Rat sich vor längerer Zeit bereits gegen weitere Auskiesungen im Stadtgebiet ausgesprochen habe.

In Esserden ist man derzeit in großer Sorge um Immobilien, aber auch um Leib und Leben, sollte die Abgrabung Wirklichkeit werden. Dort haben sich rund 30 Bürger zu einer Bürgerinitiative (BI) zusammengeschlossen, die sich Zukunft Esserden nennt. Die BI-Mitglieder widersprechen dem Bürgermeister, der jüngst geäußert hatte, die Kiesindustrie werde, auch wenn die Stadt ihre Grundstücke nicht veräußere, dennoch abgraben. "Die Stadt hält den entscheidenden Hebel in der Hand", sagt Wolfgang van Laak. Denn, führt er aus, würden Spyckweg und Beste Moders Gängske nicht verkauft, könnte die geplante Dichtschürze im derzeit geplanten Bereich nicht erstellt werden. "Es blieben zwei offene Kiesfenster", erklärt Andreas Elbers. Damit sieht die BI das Aus zumindest für die derzeitige Planung. "Überdies hat die Verwaltung die Aufgabe, uns zu schützen", sagt Iris Jagoda. Stattdessen rede der Bürgermeister die städtischen Flächen klein und behaupte, die Stadt sei machtlos, ärgert sie. "Es geht um Land, das den Bürgern gehört", legt sie nach. "Auch kann man in Esserden nicht verstehen, dass die Stadt Rees nicht ein eigenes hydrologisches Gutachten in Auftrag gibt", wundert Norbert Elbers.

Nun macht die BI Druck auf den Stadtrat. Allen Ratsmitgliedern ist Donnerstag gegen 22 Uhr ein Schreiben der BI zugestellt worden, in dem deren Mitglieder fordern, die entsprechenden städtischen Grundstücke nicht zu veräußern.

Mut, dass die Abgrabung verhindert werden könnte, macht ihnen ein Ratsbeschluss der Stadt Moers vor rund zehn Jahren. Damals verweigerte der Rat die Zustimmung zu einer Straßenverlegung im Abgrabungsgebiet mit der Folge, dass letztlich nicht ausgekiest wurde. Auch hier ging es um städtisches Eigentum. Und enteignet wurde wegen Kies in NRW bislang nicht.

(hg/rau)