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Emmerich: Wernicke schickt Jansen bei Krisengipfel vor die Tür

Emmerich : Wernicke schickt Jansen bei Krisengipfel vor die Tür

Eltens Ortsvorsteher durfte am Samstag nicht beim Gesprächstermin der Bürgerinitiative dabei sein.

Eltens Ortsvorsteher Albert Jansen (CDU) und sein Vorgänger im Amt, Sohni Wernicke (SPD) verbindet nicht das herzlichste Verhältnis. Sie waren und sind politische Konkurrenten. Nun ist Wernicke allerdings schon lange nicht mehr der ehrenamtliche Chef im Dorf, sondern Jansen. Dafür bekleidet Wernicke seit längerer Zeit den Posten des Vorsitzenden der Bürgerinitiative "Rettet den Eltenberg".

Dies lud bekanntlich am vergangenen Samstag die Bundes- und Landtagsabgeordneten nach Hochelten ein, um im Stanislauskolleg für die eigene Sache zu werben. Anwesend waren dabei auch jeweils ein Vertreter der Ratsfraktionen sowie der Bürgermeister. Und natürlich eine Reihe von BI-Mitgliedern.

Albert Jansen wollte an dem für Elten wichtigen Termin ebenfalls teilnehmen und erschien auch am Stanislauskolleg.

Doch Wernicke schickte Jansen wieder nach Hause. Begründung: Er habe keine Einladung erhalten, man wolle, dass nur jeweils ein Vertreter der Parteien am Gespräch teilnehme. Der Hinweis aus den Reihen der CDU, dass ja auch Bürgermeister Peter Hinze (SPD) teilnehme und deshalb ja auch nicht die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Schaffeld deshalb nicht gehe, verfing nicht. Zum Verständnis: Der vom Rat gewählte Ortsvorsteher soll in Nordrhein-Westfalen die Belange seiner Ortschaft gegenüber dem Rat vertreten.

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Auf Betreiben der Eltener SPD war vor geraumer Zeit der Posten des Ortsvorstehers in Elten zugunsten eines Ortsausschusses abgeschafft worden. Dieses Gremium wurde nach nicht allzu langer Zeit und einer erfolglosen Versuchsreihe von Sitzungen allerdings wieder vom Rat abgeschafft - und Albert Jansen kam wieder in das Amt, das er seit Jahren bekleidet..

Aus Kreisen der CDU war nicht nur der Rauswurf von Albert Jansen am Samstag unverständlich. Ein Teilnehmer fand es auch befremdlich, dass zu der Veranstaltung, bei der über die alternativen Pläne der Bergretter geredet werden sollte, kein Vertreter des Landesbetriebs Straßen NRW eingeladen worden war. Ebenfalls nicht vertreten war die Bahn, so dass die Bürgerinitiative ihrer "Gegenseite" nicht die Gelegenheit gab, Stellung zu beziehen.

Das war allerdings auch nicht Ziel der Veranstaltung. Wernicke hatte im Vorfeld erklärt, die Bürgerinitiative hoffe auf eine Art Wunder, dass die Politik sich die Bundestagsabgeordneten doch noch dafür stark machen, dass Bahn und Straßen NRW ihre Pläne für Elten fallen lassen und eine ganz andere Lösung möglich wird.

Ebenfalls nicht eingeladen zu dem Treffen waren Vertreter der Presse. Auch sie konnten die Öffentlichkeit über das Ergebnis des Treffens nur durch Anfrage bei Wernicke oder einem anderen Teilnehmer informieren.

Dabei gab es wohl unterschiedliche Deutungen. Während sich Wernicke optimistisch zeigte ("Es sieht gut aus. Wir haben keinen Grund, mit dem Gespräch unzufrieden zu sein"), erklärte ein anderer Teilnehmer nachher, dass die Politiker aber betont hätten, dass die Vertreter der BI nicht allzu euphorisch sein sollten, weil die Planungen der Betuwe ja schon sehr weit fortgeschritten seien und man bereits im Planfeststellungsverfahren stecke.

(ha)