Emmerich: Weiter Forderung nach Vollschranken

Emmerich: Weiter Forderung nach Vollschranken

Der tödliche Unfall am Bahnübergang in Millingen ist für Harry Schulz (SPD) der Anlass, noch einmal das Eisenbahnbundesamt als Aufsichtbehörde für die Bahn in die Pflicht zu nehmen. Schranken dürften nicht länger als vier Minuten unten bleiben.

REES Wenig erfreut ist der Reeser SPD-Chef Harry Schulz von der Antwort des Eisenbahnbundesamtes (EBA) zur 240-Sekunden-Regel. Wie berichtet, hatte das EBA an Bürgermeister Christoph Gerwers geschrieben und in dem Brief mitgeteilt, dass diese Regel lediglich eine freiwillige Selbstverpflichtung der Bahn sei. Ziel sei, dass sich spätestens nach vier Minuten die Schranken an einem Übergang mit Halbschranken wieder öffnen. Auch um zu verhindern, dass mancher denkt, die Anlage sei defekt und die Schranken umfährt.

Da bei einer zweigleisigen Strecke, wie zwischen Emmerich und Wesel, aber auch ein Zug aus der Gegenrichtung den Kontakt auslösen kann, komme es durchaus öfter vor, dass die Schranken weitaus länger als 240 Sekunden unten sind.

Harry Schulz will nicht gelten lassen, dass sich das EBA mit dem Hinweis auf eine "freiwillige Verpflichtung" aus der Verantwortung stiehlt. Vielmehr gehe aus den "Allgemeinen Anforderungen der Eisenbahnbetriebsordnungen" hervor, dass das EBA die Pflicht habe, auch freiwillige Richtlinien der Bahn zu überprüfen. Es könne nicht sein, dass die Bahn auf Kosten der Sicherheit der Bevölkerung ihren Betrieb ausbaue. "Wenn man der Betrachtungsweise des Eisenbahnbundesamtes folgt, ist davon auszugehen, dass die Halbschranken bei immer höheren Zugzahlen ständig unten bleiben. Mit allen Risiken für die Bevölkerung", so Schulz. "Höhere Zugzahlen erfordern zwingend Vollschranken was mit hohem Kostenaufwand für die DB Netz AG verbunden ist." Doch das dürfe keine Rolle spielen. "Die Sicherheit der Bevölkerung ist ein höheres Gut."

Schulz ist sicher: Eine Vollschranke in Millingen hätte den tödlichen Unfall der Frau verhindert.

(RP)