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Weihnachtsmarkt vor der Aldegundiskirche Emmerich

Advent : Weihnachtsmarkt trotzt dem Wind

Stürmischer Beginn des Adventsmarktes vor der Aldegundiskirche. Der Erlös der Stände ist für soziale Projekte.

Ganz schön stürmisch war es am Sonntagmorgen. „Wir mussten die Zelte gut festbinden, sonst wären sie weggeflogen“, erzählte Stephanie Ess, eine der Organisatorinnen des Adventsmarktes auf dem Vorplatz der Aldegundiskirche. „Es war ein bisschen Nervenspiel. Aber alle haben mit angepackt. Und wegen des Windes haben wir einige Zelte umgestellt, so dass sie sicher standen,“ sagte Andrea Schaffeld vom Orga-Team.

Am Sonntag fand der Adventsmarkt der Pfarrgemeinde St. Christophorus/St. Johannes der Täufer unter dem Motto „Es werde Licht“ bereits zum vierten Mal statt. „Es ist ein Markt der Begegnung“, sagte Pastor Bernd de Baey, der die „Wetterkapriolen“ humorvoll sah. „Ich hatte die Wahl zwischen Regen und Wind, da habe ich mal den Wind gewählt“, schmunzelte er. Horst Balkmann sah „Vorteile“ für den Standwechsel der Rotarier: „Wir sind jetzt mittendrin, keiner kommt an uns vorbei. Hier kann man sich aufwärmen mit leckerem Weißweinpunsch oder alkoholfreiem Apfelpunsch.“ Und gleichzeitig etwas Gutes tun, denn der Erlös fließt in das weltweite Projekt „End Polio Now“ und in das regionale Projekt „LLLL – Lesen lernen, leben lernen“. Lecker und wärmend waren auch die frisch gebackenen Reibekuchen der AWO. Vertreter der Freien Waldorfschule Dinslaken verkauften Selbstgebasteltes für ein Moldawien-Projekt. „In der neunten Klasse fliegen die Schüler dorthin, um vor Ort bei der Renovierung eines Kinderdorfes zu helfen“, erzählte Eszter Andor, deren Tochter Josina mit dabei ist. „80000 Euro müssen die Schüler selbst erwirtschaften.“

Auch mehrere Schülerfirmen boten ihre Produkte zum Verkauf an. Die Q2 des Willibrord-Gymnasiums verkaufte handgemachte Seifen in verschiedenen Geruchsvariationen, unter anderem „Wintertraum“, Bratapfel und Vanille. Auch Bestellungen für Seifen mit personalisierten Sprüchen – von „Frohe Weihnachten“ über „Wasch Dich“ bis hin zu „Eine Hand wäscht die andere“ nahmen Nils van Nüß und Marc Stevens an. Die Schülerfirma „Die Glücksbäcker“ der Gesamtschule, der rund ein Dutzend Schüler angehören, hatte Knusperhäuschen aus Butterkeksen hergestellt. „Mit einer Gummibärchenfamilie darin“, sagte Julia Helscher. Auch Cake-Pops im Spekulatiusgeschmack waren begehrt. Handgemalte Weihnachtskarten aus dem Kunstunterricht gab es ebenfalls zur Auswahl. Die Mitglieder der Jakobus-Gilde verkauften Bücher, Schallplatten und leckere Mandel-Muschel-Kuchen, der Tschernobyl-Verein Eierlikör, Marmelade und Plätzchen, für die afrikanische Partnergemeinde Alindao wurden warme Schals, Mützen und dicke Stricksocken angeboten, der Kirchausschuss verkaufte Engel aus alten Gebetbüchern und Plätzchen für den Mittagstisch. Über 50 Jahre lebt Schwester Inge Jansen in Äthiopien. Mit dem Verkauf von Handarbeiten wird das Krankenhaus, in dem sie tätig ist, unterstützt.

Als das Kind der Emmericherin Yvonne Schwan an Krebs erkrankte, suchte sie Unterstützung. Die fand sie im Verein „Gänseblümchen Voerde“, der betroffenen Familien hilft und Wünsche der kranken Kinder erfüllt. Um den Verein in Emmerich bekannt sie machen, stand Yvonne Schwan auf dem Adventsmarkt und verkaufte Waffeln und Kakao. Mit einem ansprechenden Musikprogramm wurde auf die Weihnachtszeit eingestimmt. Neben Auftritten des Gesamtschul-Chores und des polnischen Kinderchores und einem kleinen Glockenspielkonzert in der Kirche lud die „veni!“-Gruppe zu einer Lichtinstallation ein. Der Markt endete mit einem gemeinsamen Adventslieder-Singen.