Emmerich: Wege im Notdienst werden länger

Emmerich : Wege im Notdienst werden länger

Im neuen Jahr müssen sich vor allem Patienten aus Rees-Stadt auf längere Fahrzeiten beim Notdienst einstellen. Ab 2011 gibt es nur noch einen Notdienstbezirk für ganz Rees. Patienten aus der Stadt müssen dann auch in die Ortsteile kommen.

Die Information für die Patienten ist noch ganz frisch und hängt jetzt in vielen Arztpraxen: Zum 1. Januar ändert sich der Notdienst für Rees sowie Isselburg und Anholt. Kern ist die Zusammenfassung der bisherigen Notdienstbezirke Rees-Stadt und Rees-Land zu einem einzigen Rees-Bezirk. Eine Situation, die sicher für viel Gesprächsstoff sorgen wird. "Mit dem neuen System werden sich Ärzte und Patienten auf längere Wege einstellen müssen", sagt der Reeser Mediziner Dr. Urban Schlaghecken aus der Gemeinschaftspraxis Vor dem Falltor.

Zentrale Nummer für Isselburg

Bisher bilden die Reeser Ortsteile Millingen, Mehr und Haldern zusammen mit Isselburg und Anholt den Notdienstbezirk "Rees-Land". Das bedeutete konkret, dass auch immer ein Arzt aus diesen Ortsteilen Dienst hatte. Künftig kommen die Reeser Ärzte dazu, weil es nur noch einen Notdienstbezirk gibt. Das führt dazu, dass Patienten aus Rees-Stadt sich darauf einrichten müssen, auch in die Ortsteile zu fahren. Gleichzeitig werden auch die Wege der diensthabenden Ärzte bei Hausbesuchen länger.

Kranke aus Isselburg und Anholt gehören jetzt notdienstmäßig gar nicht mehr zu Rees. Sie werden sich darauf einrichten müssen, die zentrale Notdienstpraxis im St.Agnes-ospital Bocholt aufzusuchen.

"Hintergrund der Änderungen ist eine Notdienstreform im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe", erläutert Kirsten Rüter von der KV Nordrhein, Kreisstelle Kleve. Denn im Nachbarbezirk wird zum 1. Februar auf eine zentrale Notdienstnummer umgestellt. Dann landen Isselburger und Anholter nicht mehr direkt beim diensthabenden Arzt, sondern bei einer Rufzentrale in Duisburg, die den Patienten mitteilt, welcher Arzt jetzt gerade für sie zuständig ist. Diese Nummer ist rund um die Uhr zu erreichen.

Problem ist, dass durch die Umstellung ein Monat überbrückt werden muss, da die Änderung beim Notdienst-Bezirk ja zum 1. Januar greift, die zentrale Nummer aber erst einen Monat später gilt. Daher können Isselburger und Anholter im Januar noch die Rees-Land-Nummer 0180 / 50 44 110 20 benutzen. Sie werden dann zur Zentrale weiterverbunden. Ebenso wird es Patienten aus Millingen, Haldern oder Mehr gehen, die aus Versehen noch die alte Nummer wählen.

Heike Achtermann von der KV Westfalen-Lippe hat noch einen Tipp: Wer die Notdienstnummer nicht zur Hand hat, sollte den Hausarzt anrufen. "Dort läuft außerhalb der Sprechstunden immer ein Band mit dem Hinweis, wo den Patienten weitergeholfen wird."

(RP)