Emmerich Warten an der Schranke: Bahn verspricht Prüfung

Emmerich · Die Deutsche Bahn will auf die sich häufenden Klagen über extrem lange Wartezeiten an Bahnübergängen reagieren. Nach der Bitte der Rheinischen Post um eine Stellungnahme zur Situation erklärte Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann am Donnerstag: "Wir wollen komplett und sorgfältig überprüfen, was die Ursachen sind – ob es technische Störungen gibt oder woran es liegt." Er betonte: "Wir nehmen das sehr ernst."

 Zug kommt, Schranke runter. Wie hier am Löwentor.

Zug kommt, Schranke runter. Wie hier am Löwentor.

Foto: Archiv

Die Deutsche Bahn will auf die sich häufenden Klagen über extrem lange Wartezeiten an Bahnübergängen reagieren. Nach der Bitte der Rheinischen Post um eine Stellungnahme zur Situation erklärte Bahn-Sprecher Dirk Pohlmann am Donnerstag: "Wir wollen komplett und sorgfältig überprüfen, was die Ursachen sind — ob es technische Störungen gibt oder woran es liegt." Er betonte: "Wir nehmen das sehr ernst."

Man werde Nachforschen und auch Personal aussenden, um die Lage vor Ort zu beobachten. Ergebnisse werden bis Mitte nächster Woche erwartet.

Immer wieder berichten Autofahrer, Radler und Fußgänger, dass sie an Bahnübergängen wie "Am Löwentor" in der Innenstadt, "Grüne Straße" in Vrasselt oder "Raiffeisen-" beziehungsweise "Sulstraße" in Praest unzumutbar lange vor gesenkten Schranken stehen. Die Wartezeiten betragen demnach nicht selten 20 Minuten bis zu einer halben Stunde.

Am Löwentor sind regelmäßig mehr oder weniger gewagte Wendemanöver zu beobachten: Nach allzu langer Wartezeit verlieren Autofahrer vor den Schienen die Geduld und drehen entnervt um.

Der Bahnübergang an der Sulenstraße wurde zuletzt zur unüberwindlichen Hürde für den Schützenverein St. Johannes Praest. Beim Umzug zum Schützenfest dauerte es über eine halbe Stunde, bis der komplette Tross auf der anderen Seite war; zwischendurch blieb die Schranke für 20 Minuten unten. "Es wird immer extremer", sagte Brudermeister Wilhelm Roebrock.

Er hat zudem beobachtet, was zunehmend von den Emmerichern beklagt wird: dass sie nicht nur einen oder zwei, sondern mehrere Züge vorbei lassen müssen, bevor sie sich wieder in Bewegung setzen dürfen. "Es ist keine Seltenheit, dass erst ein Zug durchfährt, und dann wartet man acht Minuten auf den nächsten aus der anderen Richtung."

Auch am Übergang Grüne Straße ist offenbar bislang keine Verbesserung eingetreten. Im Mai hatte die Bahn erklärt, die Schließzeiten hätten sich dort eigentlich nur um drei Minuten verlängert. Es könne zwar bis Jahresende noch Probleme mit Rückstauungen von Zügen vor dem Bahnhof geben.

Durch geänderte Betriebsabläufe wolle man das aber schon kurzfristig sehr begrenzen.

(RP/ac)
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