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Rees: Wahl: Zitterpartie für Bodo Wißen

Rees : Wahl: Zitterpartie für Bodo Wißen

Ob der Halderner Landtagsabgeordnete den Wiedereinzug ins Landesparlament schafft, ist völlig offen. Und damit auch seine Zukunft nach dem Wahlsonntag. Bevor er in den Landtag einzog, war Wißen Beamter bei der Telekom.

Was er machen wird, wenn er wieder in den Landtag einzieht? Bodo Wißen muss kurz überlegen. "Irgendwas Besonderes, gefeiert wird auf jeden Fall", sagt der SPD-Landtagsabgeordnete, der vor einer Zitterpartie steht.

Denn ob er den Wiedereinzug ins Landesparlament schafft, ist völlig offen.

Es kann sogar gut sein, dass noch nicht einmal am Wahlabend klar ist, ob der Halderner zum zweiten Mal im Landtag dabei ist. Er steht auf Platz 28 der Landesliste der SPD.

Beim letzten Mal "zog" diese Liste bis Platz 44. Ein sicherer Platz also? Keineswegs. Denn bei der letzten Wahl holte die SPD kaum Direktmandate, daher rutschten viele Politiker über die Liste in den Landtag. Ein Einzug, der überraschend kam. Auch für Bodo Wißen.

Natürlich würde er gerne weitermachen. Garantie dafür wäre der Gewinn des Direktmandates. Doch das scheint aussichtslos. Platzhirsch Manfred Palmen wird kaum zu schlagen sein.

Also bleibt nur ein Einzug über die Liste. Hier hat Bodo Wissen den Vorteil, dass er den besseren Platz der beiden Kreis Klever SPD-Landtagskandidaten bekam. Es könnte also reichen.

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Verpasst er das Landtagsmandat, ist die Rückkehr ins Berufsleben für den 36-Jährigen kein Selbstläufer. Zwar hat er als Beamter der Telekom den Job sicher. Doch ob er seine alte Arbeitsstelle in Duisburg wieder bekommen würde, ist offen. "Es kann auch sein, dass mir dann eine Position in Cottbus angeboten wird", sagt Wißen. Für jemanden, der am Niederrhein aufgewachsen und verwurzelt ist, sicher nicht einfach. Eine Pension gibt es nicht für ausgeschiedene Landtagsabgeordnete. "Wir zahlen in eine Art Betriebsrentenkasse ein. Die Beiträge daraus werden erst nach Eintritt in das Rentenalter ausgezahlt", erläutert Wissen. Das System ist vor einiger Zeit umgestellt worden. Früher gab es automatisch einen Pensionsanspruch, wenn jemand acht Jahre im Parlament war. Jetzt zählen nur die Jahre, die jemand tatsächlich eingezahlt hat. Ein System, das Wißen richtig findet. Hart getroffen von einem Ausscheiden des Halderners wäre auch seine Mitarbeiterin Verena Pahlke. "Ich wäre von einem Tag auf den anderen arbeitslos", schildert sie das Schicksal von Mitarbeitern der Abgeordnetenbüros.

Doch an eine Niederlage will Bodo Wißen nicht denken. "Wir kämpfen bis zum letzten Tag um jede Stimme."

Am Samstag ist er im Vollzeit-Wahlkampfeinsatz, der morgens um 7.30 Uhr in Nütterden beginnt. Im Laufe des Vormittags wird er noch in Rees sein.

"Wichtig ist, dass wir unsere Stammwähler mobilisieren. Dann haben wir eine Chance", sagt Wißen, der sich trotz der Zitterpartie als "Teamplayer" sieht. "Mir ist es wichtiger, dass die SPD die Wahl gewinnt, als dass ich in den Landtag komme."

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(RP)