Virus entdeckt - 300 Rinder und Kühe im Kreis Borken geschlachtet

Herpes-Virus entdeckt: Rund 300 Rinder im Kreis Borken geschlachtet

Im Kreis Borken mussten jetzt rund 300 Rinder geschlachtet werden, nachdem in drei Betrieben bei Untersuchungen ein Herperserreger bei den Tieren gefunden wurde. Das Virus ist auf den Menschen nicht übertragbar.

Bei routinemäßigen Laborkontrolluntersuchungen in Rinderbeständen im Kreis Borken sind wieder Rinder entdeckt worden, die mit dem Herpesvirus BHV1 (Bovine Herpesvirus 1) infiziert waren. Betroffen waren drei Betriebe im nördlichen Kreisgebiet. Da die Infektion in der Regel ohne Krankheitssymptome verläuft, bemerken die Tierhalter die Ansteckung meistens nicht. Die Rinderbestände in Deutschland werden seit vielen Jahren regelmäßig auf BHV1 untersucht. Tiere, die dabei positiv reagieren, müssen aus dem Bestand entfernt werden, weil diese Infektion lebenslänglich besteht.

In Deutschland wurde Mitte 2017 nach Entfernung aller entdeckten Reagenten ein jahrzehntelanges Tilgungsprogramm abgeschlossen. Seitdem gilt Deutschland als frei von BHV1. Unter bestimmten Umständen können einzelne noch nicht entdeckte infizierte Tiere aber den Erreger zumindest zeitweise wieder auf andere Tiere übertragen.

In einem Betrieb im Kreis Borken mussten jetzt 16 neu entdeckte Reagenten geschlachtet werden. In einem anderen Bestand waren es vier Tiere. In einem dritten Betrieb mussten alle 276 Tiere im Bestand geschlachtet werden, weil sich dort bereits über 70 Prozent der Tiere infiziert hatten. Da das Rinderherpesvirus nicht auf Menschen übertragbar ist und die Tiere nicht erkrankt sind, bestehen gegen die Schlachtung keine Einwände.

Weil es sich aber trotzdem um eine von Rind zu Rind übertragbare anzeigepflichtige Tierseuche handelt, wurden bereits weitere Bestände untersucht und beprobt, die mit den jetzt betroffenen Beständen Kontakt hatten oder in einem Umkreis von einem Kilometer der Betriebe liegen. Die Sanierungsverfahren in anderen Bundesländern haben gezeigt, dass gelegentlich mit Neuinfektionen in Beständen gerechnet werden muss. Milchviehhalter sollten zugekaufte Tiere immer untersuchen lassen und beispielsweise bei Dienstleistern (Personen / Fahrzeuge) insbesondere aus EU-Nachbarländern ohne Sanierungsverfahren auf geeignete Hygienemaßnahmen achten.

(RP)
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