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Videobotschaften des Bürgermeisters in Rees

REES : Coronavirus: „Information ersetzt Spekulation“

Seit 14 Tagen informiert der Reeser Bürgermeister Christoph Gerwers täglich per Videobotschaft über den Stand der Dinge in seiner Stadt.

Das Coronavirus hat auch Rees voll im Griff. 24 Infizierte und über 70 Menschen in Quarantäne, das sind (Stand Sonntag) die Zahlen, mit denen Bürgermeister Christoph Gerwers derzeit konfrontiert ist. Und natürlich mit den sich daraus ergebenden Konsequenzen: „Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Entscheidungen treffen müssen wie jetzt“, sagt der Reeser Verwaltungschef.

Vor 14 Tagen war er einer der ersten Bürgermeister im Kreis Kleve, die sich per Videobotschaft an die Bevölkerung wanden. Nur Sven Kaiser aus Geldern war noch schneller. „Es gab eine solche Vielzahl von Informationen, die auch speziell Rees betrafen, dass wir der Auffassung waren, uns via Facebook und unserer Internetseite an die Reeser zu wenden, um möglichst viele Menschen zu erreichen“, sagt Gerwers, der, wie er selbst einräumt, vom Reeser Krisenstab erst ein wenig „zum Jagen getragen“ werden musste. Doch seit dem 15. März geht er täglich einmal „auf Sendung“. Anfangs noch etwas holprig, hat Gerwers mittlerweile Routine entwickelt. „Für mich war das zunächst ungewohnt, wie ein Nachrichtensprecher vorzulesen, aber es muss ja nicht perfekt sein. Es geht um die Inhalte.“ Das Ablesen ist jetzt einer fast freien Rede gewichen, bei der Gerwers versucht, alles was der Tag an Neuem gebracht hat, in ein Zwei-Minuten-Format zu fassen. „Die ersten beiden Videobotschaften waren um die sechs Minuten lang, da haben viel dann irgendwann abgeschaltet“, weiß der Bürgermeister, der betont: „Es geht mir hier nicht um eine Selbstinszenierung, sondern um das Inkenntnissetzen der Bevölkerung. Information ersetzt Spekulation“, sagt der Verwaltungschef, dessen Botschaften täglich von einigen tausend Nutzern verfolgt werden.

Gedreht wird mit ganz einfachen Bordmitteln – der Videokamera eines Smartphones. Und, nachdem es ein paar Tonprobleme gab, jetzt auch mit einem zusätzlichen Mikrofon.

Gerwers sorgt dabei für Transparenz, teilt mit, wie viele Infizierungsfälle es gibt, erläutert neu geplante Maßnahmen wie etwa die Drive-In-Test-Station, gibt darüber Auskunft, dass die Zahnärzte in Rees nur noch Schmerzpatienten und solche mit unumgänglichen Operationen behandeln oder ruft auch zum gemeinsamen abendlichen Klatschen an Fenstern und auf Balkonen auf, mit dem sich die Menschen in Rees nach italienischem Vorbild bereits seit einigen Wochen Mut machen und Helfern für ihren Einsatz danken.

Seine tägliche Ansprache will Gerwers noch so lange halten, wie es notwendig ist: „Ich versuche es nach Möglichkeit jeden Tag“, sagt der Reeser Bürgermeister.