Verkehrsverein Rees plant ein Freiluftkino im August 2019

Ortsentwicklung : Freiluft-Kino auf dem Marktplatz geplant

Im August soll – organisiert vom Verkehrs- und Verschönerungsverein – im Ortskern von Rees der Film „Trautmann“ gezeigt werden. Auch die Beleuchtung der Reeser Rheinbrücke bleibt ein Thema für den VVV.

Der Heidelberger Bundestagsabgeordnete Karl A. Lamers (CDU) weilte über Ostern in seiner Heimatstadt Rees. Untergebracht im Rheinhotel Dresen schwärmte er Magda Dresen vor, wie positiv sich Rees doch in den letzten Jahrzehnten entwickelt habe. „Ehre, wem Ehre gebührt“, dachte sich die resolute Hotelchefin, zählte die vielen Verdienste des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) auf und fragte, ob Lamers eigentlich Mitglied sei. Ein Anruf, dann brachte Rolf Albring das Anmeldeformular, und der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Deutschen Bundestag wurde das 322. Mitglied des VVV.

Zur Jahreshauptversammlung am Montagabend schaffte es Karl A. Lamers zwar nicht, aber auch so war das Rheincafé Rösen gut besucht. Der Vorsitzende Bernd Hübner kündigte für das Jahr 2019 die Fortführung vieler bewährter Aktionen an, aber auch manche neue Idee. So wird der VVV am Montag, 12. August, in Kooperation mit der Stadt Rees und der Film- und Medienstiftung NRW ein Open-Air-Kino organisieren. Im Rahmen der landesweiten Sommerferien-Aktion „FilmSchauPlatz NRW“ wird auf dem Marktplatz voraussichtlich der deutsch-britische Film „Trautmann“ gezeigt. Darin spielt David Kross („Ballon“, „Der Vorleser“) den Torhüter Bert Trautmann (1923-2013), der nach seiner Kriegsgefangenschaft in England blieb und dort, trotz aller Anfeindungen gegen den früheren Wehrmachtssoldaten, als Keeper des Fußballclubs Manchester City Sportgeschichte schrieb.

Rund um den Hauptfilm sollen Reeser Vereine, Bands und Gastronomen dafür sorgen, dass sich alle Besucher am „FilmSchauPlatz“ Rees wohlfühlen. Der Eintritt ist frei. Bänke und Stühle werden über den VVV aufgestellt, Besucher können auch eigene Sitzgelegenheiten sowie Picknickkörbe zur Selbstverpflegung mitbringen.

Neben diesem einmaligen Event auf dem Marktplatz will der VVV die große Fläche auch um nützliche und optisch ansprechende Fahrradständer bereichern. Diese sollen auch für schwere E-Bikes geeignet sein. Das kostenlose WLAN auf dem Marktplatz wird der VVV weiterhin jährlich mit fast 1100 Euro finanzieren, bis die Stadt Rees dort ein eigenes Netz in Betrieb nimmt. Viele neue Lichterketten für die Adventsbeleuchtung wurden schon 2018 an den Marktbäumen befestigt, in diesem Jahr bringt ein Bochumer Unternehmen weitere an und ersetzt auch die älteren, störungsanfälligen Ketten. Da die Stadt den Blumenschmuck auf dem Markt finanziert, konzentriert sich der VVV weiterhin auf die Rheinpromenade und stellt jährlich fast 1100 Euro für die Pflanzen zur Verfügung.

Haupteinnahmequellen des VVV bleiben die Mitgliederbeiträge (5418 Euro), Spenden (12.400 Euro), der Bierstand auf der Reeser Kirmes (2018 drückte das nasskalte Wetter die Einnahmen von 11.000 auf 8000 Euro) und der Verkauf des Kalenders (2055 Euro). Vor den Sommerferien wird der VVV-Vorstand die Reeser um Bilder für den Kalender 2020 bitten. Diesmal sollen historische Schwarzweißfotos im Fokus stehen, die hoffentlich noch in Familienalben und Fotodosen schlummern.

In die Beleuchtung der Reeser Rheinbrücke hat der Verkehrs- und Verschönerungsverein in den letzten Jahren mehr als 43.000 Euro investiert. Ein Testlauf mit LED-Lampen, die wesentlich stärker als die letzten sind, brachte nicht den erhofften Erfolg. „Wir lassen derzeit durch Fachleute prüfen, ob sich die Brücke zu einem für uns erschwinglichen Preis stärker beleuchten lässt“, sagte Bernd Hübner, „ansonsten belassen wir es vorläufig bei der aktuellen Beleuchtung.“

2018 finanzierte der Verkehrs- und Verschönerungsverein das neue Untergestell des Mörsers auf dem Rondell mit 1400 Euro und förderte die Instandsetzung der Scholten-Mühle mit 6000 Euro. Künftig will der VVV Bänke und Beleuchtung auf dem Deich schaffen und eine Skulptur in Auftrag geben, die deutlich macht, wie hoch der Rhein bei extremem Hochwasser in den Jahren 1926/27, 1993 oder 1995 gestanden hätte, wenn es keine schützenden Deiche in und um Rees gäbe.

Mehr von RP ONLINE