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Verkehrstraining mit echtem Lkw an Grundschule Rees

Straßenverkehr : Echter Brummi hilft beim Verkehrstraining

Mit der Polizei und einem 40-Tonner übten Reeser Grundschüler am Montag, was zu tun ist, um den toten Winkel zu vermeiden.

Die Verkehrserziehung für Schüler hat an der Reeser Gemeinschaftsgrundschule eine lange Tradition. Doch am ersten Schultag nach den Herbstferien wurde das Angebot nun für die vierten Klassen um eine besondere Attraktion erweitert: Erstmals war ein Lastwagen der Firma Hövelmann Logistik Bestandteil des Projektes. „Die Idee, die Kinder lebensnah im Umgang mit dem toten Winkel zu schulen, kam von der Mutter einer Schülerin, die auch den Kontakt herstellte“, sagt Konrektorin Silvia Schweers.

Polizeioberkommissar Manfred Derks, Verkehrsberater der Kreispolizeibehörde Kleve, informierte die Schüler zunächst theoretisch. Schaubilder und Videos zeigten die Gefahr, die der tote Winkel für die jungen Verkehrsteilnehmer bedeuten kann. Erst vor vier Wochen war es am Löwentor in Emmerich zu einem Unfall gekommen, als ein Lkw links abbiegen wollte. „Zum Glück erlitt der Radfahrer nur leichte Verletzungen“, sagte Manfred Derks.

Für den praktischen Lehrteil hatte ein 16,5 Meter langer, 2,50 Meter breiter und vier Meter hoher Scania-Lastwagen im verkehrsberuhigten Hermann-Terlinden-Weg neben der Grundschule geparkt. Mit weiß-rotem Absperrband der Polizei machten Manfred Derks und jeweils eine vierte Schulklasse den toten Winkel des Fahrers sichtbar.

Die Firma Hövelmann Logistik („die Blauen“) unterstützte gern ehrenamtlich die Aktion der Reeser Grundschule. „Wir hoffen, dass dadurch ein möglicher Unfall vermieden wird“, sagte Geschäftsführer Bernd Hövelmann. „Es gab auch schon an unserem Betriebsgelände an der Hurler Straße einige brenzlige Situationen. Unsere Fahrer werden deshalb eindringlich gebrieft, auf den angrenzenden Radweg zu achten, aber es ist natürlich auch wichtig, das Bewusstsein der jungen Radfahrer für die möglichen Gefahren zu schärfen.“

Carlo Raaijman, einer von zwei festangestellten Fahrtrainern der Firma Hövelmann Logistik, und Bernd Hövelmanns Neffe Domenik Hövelmann fuhren am Montagmorgen mit dem 410 PS-starken und 40 Tonnen schweren Lastwagen zur Grundschule. Dort durften die Viertklässler nacheinander auch Platz in der Fahrerkabine nehmen, um sich besser in die Situation des Fahrers zu versetzen und dessen eingeschränktes Blickfeld nachvollziehen zu können. Die Schüler lernten, dass es lebenswichtig sein kann, auf den Blinker des Fahrzeugs zu achten und im Idealfall auch Blickkontakt zum Fahrer aufzunehmen. „Wenn Ihr den Fahrer im Spiegel sehen könnt, gibt es eine große Chance, dass auch er Euch sehen kann“, erklärte der Polizeioberkommissar.

Dass das Sicherheitstraining an einem Montagmorgen stattfand, kam der Speditionsfirma sehr entgegen: „Wenn unsere Fahrer am Freitagabend spät oder erst am Samstag reinkommen, ist es aufgrund der vorgeschriebenen Ruhezeiten nicht ungewöhnlich, dass der Lkw erst am Montagmittag wieder auf die Straße kommt und morgens noch auf dem Betriebsgelände steht“, sagt Bernd Hövelmann. Die Unterstützung der Grundschule bedeute für das Familienunternehmen nur „eine kleine logistische Herausforderung“, die es aber gern in Kauf nehme: „Meine Kinder sind schon erwachsen, aber wenn ich irgendwann Großvater werde, ist mir natürlich alles daran gelegen, dass die Kinder sicher und unfallfrei zur Schule kommen.“