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Unwetter und Sturm-Warnung in NRW: Tornado fegt über Emmerich hinweg

Sturm in NRW : Tornado fegt über Emmerich hinweg

Spektakuläre Bilder aus Elten: Ein Tornado war am Mittwoch über Elten zu sehen – und der schaffte es sogar in Sven Plögers Wetterbericht. Über größere Schäden ist nichts bekannt.

Er schaffte es bis in Sven Plögers Wetterbericht in den ARD-Tagesthemen – der Tornado, der am frühen Mittwochabend an Elten vorbeifegte. Bereits zuvor hatten einige Emmericher, das in dieser Region doch eher seltene Wetterphänomen in Fotos und Videos festgehalten und auf Facebook, Instagram und Youtube hochgeladen. Auf dem Bildmaterial ist die senkrechte Drehachse des Luftwirbels gut zu erkennen, auf einigen der Videos ist dabei auch zu sehen, wie der „Rüssel“ der Windhose immer kleiner wird und schließlich verschwindet. So etwa auf einem Video, das auf dem Sportplatz von Fortuna Elten entstand. Auch in ’s-Heerenberg waren ähnliche Bilder der Windhose festgehalten worden.

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Tornados entstehen, wenn sich  sehr feuchtwarme Luft am Boden und trockenkalte Luft in der Höhe übereinander schichten. Wenn dazu noch am Boden andere Windgeschwindigkeiten und -richtungen als in der Luft  herrschen, sind die Grundvoraussetzungen für die Entstehung eines Tornados gegeben.

Bodenkontakt hatte der Tornado bei Elten offenbar nicht und wenn, nur ganz kurz. Denn Schäden richtete er keine an. Der Deutsche Wetterdienst hatte auch für NRW landesweit eine Sturmwarnung herausgegeben. DWD-Tornado-Experte Andreas Friedrich bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presseagentur  en Tornado im Grenzgebiet. „Er hatte aber nur wenige Minuten Bodenberührung. Über größere Schäden ist nichts bekannt.“ Der Tornado sei im Gebiet zwischen Emmerich am Niederrhein und Heerenberg in der NL-Provinz Gelderland aufgetreten. Der Bodenkontakt habe sich auf niederländischer Seite ereignet.

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Stadtbrandinspektor Martin Bettray war froh, dass es zum Glück nicht so schlimm wurde, wie es vorab gemeldet worden war. „Bis auf zwei kleinere Einsätze in Elten war die Nacht relativ ruhig“, sagte der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Emmerichs.  So musste der Löschzug Elten unter anderem einen Sturmschaden an der Straße Kuckucksdahl beseitigen, wo ein Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. 

Ähnlich sah es in Rees aus, auch hier gab es bislang nur kleinere Einsätze:  Gegen vier Uhr nachts war ein Trampolin auf ein Fahrzeug an der Florastraße geschleudert  worden. „Es wurde anscheinend vom Wind erfasst und auf die Straße geweht“, sagte Polizeisprecherin Christina Pitz. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde zum Glück niemand. Im gesamten Kreisgebiet habe es in der Nacht wegen des Sturmtiefs nur zwei Polizeieinsätze gegeben, einer davon war der in Rees. 

Für die Feuerwehr gab es dennoch etwas zu tun: Um 4.30 Uhr musste der Löschzug Haldern zur Schledenhorster Straße ausrücken, wo es zu einem etwas größeren Astbruch gekommen war, während der Reeser Bauhof am Vormittag ebenfalls die Kettensägen zücken musste, um einen umgestürzten Baum von der Weseler Straße entfernen zu können.

In den letzten Jahren hat es am Niederrhein immer wieder heftige Stürme gegeben. Im Februar vergangenen Jahres hatte Sturmtief Sabine für etliche umgestürzte Bäume, einen liegen gebliebenen Regionalexpress und dafür gesorgt, dass in Rees die Schüler für einen Tag zuhause bleiben durften. Den letzten richtig schlimmen Sturm gab es  vor drei Jahren mit dem Orkan Friederike, der in Elten ein Todesopfer forderte: Dabei war ein  59 Jahre alter Emmericher auf dem Campingplatz am Wildweg  von einem Baum erschlagen worden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Orkan wütet über Emmerich