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Isselburg: Unterstützung für Anholts Kiesgegner

Isselburg : Unterstützung für Anholts Kiesgegner

Auch Naturschutz-Gruppen aus Suderwick und Rees sehen die geplante Abgrabung in Anholt kritisch. Zur Ratssitzung kamen viele Kiesgegner, aber das Thema wurde hinter geschlossenen Türen diskutiert. Die FDP hält ihre Kritik an Klaus Dieter Spaan aufrecht, den Rat falsch informiert zu haben.

Die geplante Erweiterung des Auskiesungsgebietes an der Anholter Breels schlägt nach wie vor hohe Wellen. Auch der Rat der Stadt Isselburg befasste sich mit dem Thema, erstaunlicherweise im nichtöffentlichen Teil.

Der Widerstand gegen die Pläne, das Kiesgebiet um satte 120 Hektar zu erweitern, hatte in den letzten Tagen immer weitere Kreise gezogen. Initiatoren bestehend aus Nabu-Vertretern und besorgten Bürgern gründeten in der Gaststätte Brüggenhütte die Initiative "Isselburg 21". Der Zulauf war enorm. Unterstützung gab es dabei auch von den benachbarten Bürgerinitiativen aus Suderwick ("Dinxperwicker") und Rees "Eden-Niederrhein", die sich mit der gleichen Problematik befassen.

Auch die Politik schloss sich der größer werdenden Opposition an und verabschiedete in seltener Einmütigkeit eine gemeinsame Resolution, in der sie den sofortigen Stopp der Erweiterungsplanungen forderten.

Die sselburger FDP ging dabei sogar noch ein Stück weiter und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadtverwaltung. Sie hätte bereits im Sommer letzten Jahres von den Plänen gewusst und die Politik nicht informiert. Klaus-Dieter Spaan, seinerzeit als Vertreter der Stadt bei der fraglichen Bürgermeisterkonferenz dabei, wies die Vorwürfe umgehend zurück, es seien nur vage Absichten geäußert worden, nichts Konkretes. Dennoch sehen die Liberalen das Vertrauensverhältnis mit dem Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters gestört und denken sogar laut über eine Neubesetzung dieser Position nach.

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Mit einiger Spannung konnte man daher der Ratssitzung entgegensehen, in der als Tagesordnungspunkt ein Antrag der Fraktion "Bündnis90/Die Grünen" mit der Überschrift "Verkauf der Fläche des Pendenwegs an der Heeren-Herkener Kiesbaggerei" aufgeführt wurde. Sicherlich bemerkenswert, dass ausgerechnet ein Thema, das die Isselburger umtreibt wie selten eines zuvor, im nichtöffentlichen Teil zu diskutieren war.

Doch wer hier auf richtungweisende Beschlüsse gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Der Antrag wurde nämlich gar nicht erst behandelt, so sickerte es durch. Es gelte immer noch ein alter Beschluss des Rates, wo dem Verkauf der fraglichen Flächen, die zur geplanten Erweiterung erforderlich seien, zugestimmt wurde. Keine gute Kunde also für die große Zahl der Erweiterungsgegner. Das letzte Wort dürfte hier aber noch nicht gesprochen sein. Die Bürgerinitiative "Isselburg 21" steht in den Startlöchern.

(m-st)