Emmerich: Ungarn für 60 Einbrüche verantwortlich?

Emmerich: Ungarn für 60 Einbrüche verantwortlich?

Polizei nimmt drei Männer und eine Frau in der Innenstadt fest. Seit Januar sollen sie in Keller und Verschläge eingebrochen sein.

Großangelegter Polizeieinsatz am vergangenen Donnerstag gegen 11.30 Uhr im Herzen Emmerichs, gleich gegenüber dem Rathaus: Zahlreiche Streifenwagen bremsten vor einem Haus am Anfang der Steinstraße, Beamte rannten in die zweite Etage des Wohnhauses und stürmten in die Wohnung.

Drinnen nahmen sie drei Personen fest: zwei Männer und eine Frau aus Ungarn. Fast gleichzeitig wurde eine dritter Mann, ebenfalls aus Ungarn, in einer anderen Emmericher Wohnung verhaftet. Laut Polizei sind die Männer 31, 33 und 35 Jahre alt, die Frau ist 48 Jahre alt.

Die Vier werden verdächtigt, seit Anfang Januar zirka 60 Keller-Einbrüche begangen zu haben. Meist verschafften sich die Täter Zugang zu Mehrfamilienhäusern und hebelten einzelne Kellerräume oder -verschläge auf.

Laut Polizei ist in der Wohnung an der Steinstraße lediglich eine Frau mit einem Kind gemeldet. Alleine soll sie dort aber nicht gelebt haben, wie Hausbewohner bestätigen, die sich mehrfach besorgt bei einem Nachbarn über das Treiben in der zweiten Etage gemeldet haben sollen. Demnach hätten sich oft mehrere Personen dort aufgehalten.

In der Wohnung stießen die Beamten unter anderem auf Fernseher, ein Fahrrad, Hanteln, zahlreiche Elektrogeräte und vieles mehr. Alles wurde sichergestellt. Teile des Diebesguts konnte acht Einbrüchen zugeordnet werden.

Die weiteren Überprüfungen dauern noch an.

Angeblich wurde die Wohnung in der Steinstraße schon länger von der Polizei observiert. Nach einem Kellereinbruch Anfang dieses Monats ergaben sich jedenfalls durch Zeugen Hinweise auf einen möglichen Aufenthaltsort der Täter, wie die Polizei gestern mitteilte.

Die Zeugen hatten einen Mann mit einem zuvor gestohlenen Koffer in ein Haus laufen sehen. Die Polizei ermittelte, und der Verdacht erhärtete sich, dass die Täter sich in diesem Haus und in einer weiteren Wohnung in dem Mehrfamilienhaus in der Emmericher Innenstadt aufhalten.

Die Staatsanwaltschaft Kleve erwirkte daraufhin Durchsuchungsbeschlüsse beim zuständigen Amtsgericht in Emmerich, die am Donnerstagvormittag dann mit hohem Polizeiaufgebot auch vollstreckt wurden.

Gestern wurden die Täter dem Haftrichter in Kleve vorgeführt.

(rey, kwa, RP)