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Umfrage zur Zukunft des Pfarrheims in Rees-Bienen läuft online weiter

Umfrage verlängert : Bienen will das Pfarrheim 2.0

Im Zuge der Überlegungen zur Zukunft des Bienener Pfarrheims will der Ortsausschuss weitere Ideen sammeln. Eine Online-Befragung soll bis Ende des Jahres abgeschlossen werden.

Wie ist es um die Zukunft der katholischen Pfarrheime in Rees und den Ortsteilen bestellt? Diese Frage treibt immer mehr Gläubige um, nachdem die Umstrukturierung der Gemeinden im Bistum Münster deutlich konkretere Formen annimmt. Hintergrund ist die sinkende Zahl an Kirchenmitgliedern und der damit verbundene Rückgang an Kirchensteuereinnahmen. Reduzierte Gottesdienstzeiten und weniger Seelsorger sind die eine Seite der Medaille, kirchliche Immobilien, deren Zukunft nun infrage steht, die andere.

Wie berichtet, hat es im Sommer  eine Begehung aller Pfarrheime durch den Kirchenvorstand gegeben. Drei von fünf Pfarrheimen sollen in ihrem jetzigen Status erhalten bleiben, zwei sollen zu Begegnungsstätten werden. Wie es mit welchen Pfarrheimen letztlich konkret weitergeht, wird allerdings in Münster entschieden.

Der Ortsausschuss Bienen, ein Gremium, in dem alle Vereine vertreten sind, hatte deshalb bereits im September eine Umfrage durchgeführt, die sich an alle Bewohner des Ortsteils richtete, um Ideen für die künftige Nutzung des Pfarrheims zu sammeln. „Ob das Pfarrheim in Bienen eine Zukunft hat, hängt von uns allen ab“, hatte der Ortsausschuss seinerzeit dazu erklärt.

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Die Ortsausschussmitglieder Danica Eykeln, Carmen Knoppik und Uli Doppstadt hatten den Fragebogen entworfen. Er sollte unter anderem Aufschluss darüber geben, für welche Zielgruppen Angebote im Pfarrheim gewünscht werden, welche Angebote es geben sollte und welchen Beitrag man selbst dazu leisten könnte. Nun traf sich der Ortsausschuss der Kirchengemeinde und dabei stellte die Vorsitzende Gerda Doppstadt die Ergebnisse der Umfrage vor. Relativ gleichmäßig verteilt waren die Antworten zu den Angebotsbereichen Familien, Kleinkind, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren.

Bei der Art des Angebotes wurde vor allem der Wunsch nach einem regelmäßigen Treffpunkt für die verschiedensten Generationen (Senioren, Jugendliche sowie Kinder/Kleinkinder) geäußert, zum Teil auch über die Generationengrenzen hinweg (Generationentreffen). Inhaltlich wurden neben handwerklichen Kursen (z.B. Töpfern oder Nähen), auch EDV- oder Sprachkurse vorgeschlagen. Im kreativen Bereich gab es Rückläufer mit folgenden Wünschen wie Spielen, Basteln, Handarbeit oder Kochen. Aufgrund seiner schönen und zentralen Lage können sich auch viele einen Café-Betrieb im und am Bienener Pfarrheim vorstellen. Genannt wurden Garten-, Radfahrer-, Reparatur- und Nähcafé.

Einige Mitbürger schlugen vor, das Gebäude als Senioren-WG, als Atelier, als Proberaum für Musikgruppen oder auch als günstige Unterkunftsmöglichkeit für Rad- oder Pilgertouristen zu nutzen, dabei ergäbe sich dann neben der Nutzung auch eine mögliche Einnahmequelle für das Pfarrheim. Die Anwesenden des Ortsausschusses bewerteten die Zahl der Rückläufer (33 Antworten) unterschiedlich, einige hatten mehr, einige weniger Antworten erwartet. Nicht unerwartet war jedoch das Ergebnis, dass es bei der Frage „Welchen Beitrag kannst Du leisten?“ leider nur wenige Antworten gab.

Insgesamt wurden die Rückläufer als positiv, aber nur zum Teil als aussagekräftig eingeschätzt. Der Ortsausschuss möchte die Frageaktion deshalb noch gerne verlängern, diesmal sollen alle Vereine angeschrieben werden, mit der Bitte um zeitnahe Verbreitung bei ihren Mitgliedern. Diese Aktion soll nun digital erfolgen und bis Ende Dezember abgeschlossen sein. Der Ortsausschuss hofft so, eine größere Reichweite zu erzielen und letztlich alle Bienener zu erreichen, die ebenfalls ein Interesse an der zukünftigen Entwicklung des Dorfes haben. Anfang Januar trifft sich der Ortsausschuss dann erneut zur Auswertung, gleichzeitig soll dann auch die Jahresplanung 2022 erarbeitet werden.

Im Rahmen der Gespräche stellte sich heraus, dass es grundsätzlich um zwei unterschiedliche Ansätze geht: zum einen um die Planung zur kurz- und mittelfristigen Nutzung des Pfarrheimes in der jetzigen baulichen Form, und zum anderen um die Ebene einer längerfristigen Planung, bei der es auch um bauliche Veränderungen gehen wird. Da in das Pfarrheim Bienen in den letzten Jahrzehnten nur wenig investiert worden ist, (kann eine langfristige größere Investition nur mit weiteren Nutzungsmöglichkeiten einhergehen) können weitere Nutzungsmöglichkeiten nur mit einer langfristigen größeren Investition einhergehen.

 Die Mitglieder des Ortsausschusses waren sich einig, dass zur Entwicklung des Pfarrheimes nicht nur die bisherigen Nutzer angesprochen werden sollen, sondern alle Dorfbewohner. Das Pfarrheim soll ein offener Ort und zentrale Anlaufstelle für Alle werden. Vorgeschlagen wurde zur weiteren Planung die Bildung einer (Erst-) Steuergruppe, wer sich daran beteiligen möchte meldet sich gerne bei Gerda Doppstadt (gerda.doppstadt@upgenhof.de oder Telefon 0176 19963005).

Die Anwesenden hielten zum Schluss nochmal fest, dass nicht nur sie emotional stark mit dem Pfarrheim Bienen verbunden sind, sondern stellten auch selbstbewusst heraus, dass das Pfarrheim mit seiner zentralen Lage samt Grünanlage ein Schmuckstück für Bienen und für die Stadt Rees sei, dies werde regelmäßig besonders von ortsfremden Personen bestätigt. Alle waren sich einig, dass das Pfarrheim unbedingt erhalten werden muss.