Tulpensonntagszug 2019 in Emmerich trotzt dem schlechten Wetter

Tulpensonntagszug Emmerich : Tristes Wetter, bunter Zug

Auch schlechtes Wetter und ein kleiner Brand vor Beginn des Zuges hielten die Narren in Emmerich beim Tulpensonntagszug nicht vom Feiern ab.

Vom Nieselregen ließen sich die Narren die gute Laune nicht verderben und so zog der Tulpensonntagszug fröhlich durch die Innenstadt. Regenschirme, wetterfeste Ponchos, durchsichtige Müllsäcke zum Einpacken der Hüte und Ostfriesennerze gehörten zu jedem Kostüm-Outfit dazu, da waren die Karnevalisten sehr kreativ. Um 11.11 Uhr gab Zugleiter Henning Cybulski das Startzeichen für 1808 Teilnehmer auf 30 Wagen, in 18 Fußgruppen und in sieben Musikkapellen.

Kurz vor dem Beginn des Karnevalszuges gab es einen kleinen Zwischenfall vor dem Krankenhausparkplatz: Auf dem Bürgersteig brannte lichterloh ein Generator. Die Karnevalisten sprangen zur Seite und riefen nach der Feuerwehr. So schnell war sie noch nie am Einsatzort, denn der Löschwagen stand nur 100 Meter entfernt auf dem Nonnenplatz. In wenigen Minuten war die Gefahr gebannt. „Glücklicherweise ist das nicht während des Zuges passiert“, sagte ein Feuerwehrmann.

      Gute Laune beim Blick aus dem Fenster. Foto: Markus van Offern (mvo)

Farbenfroh und ideenreich präsentierte sich der Lindwurm. Da gab es die prächtigen Komiteewagen und Fußgruppen, die sich mit ihren Kostümen viel Mühe gemacht hatten. So die Geck-Frauen, diese zeigten  sich im „Steampunk“-Look nach dem Motto „Die gecken Erfinder mit Volldampf, Zahnrad und Zylinder“ und sie zogen dabei eine qualmende Dampfmaschine hinter sich her, die Wolfgang Kilch gebaut hatte. Wunderschön waren auch die blauen Neptun-Verkleidungen der Gruppe „Der harte Kern“ mit unzähligen glitzernden Schuppen. „Alles selbst genäht“, erzählte Silke Kevelaer. Ganz viel Einsatz bewiesen die „Quasselköpp“ aus Vrasselt, wanderten sie doch bereits von ihrem Dorf aus zu Fuß zum Zug, in ihren lila Hühnerkostümen - ein echter „Chicken-Run“. Eine „lustige Seefahrt“ machte die Gruppe „MS Carnevalli“, wobei das Schiff per Fahrrad und Muskelkraft angetrieben wurde.

Auch das kleine Einhörnchen hatte seinen Spaß. Foto: Markus van Offern (mvo)

Ein Hingucker waren ebenfalls die „Gecken Clowns der Südstaaten“ aus Praest, die „Hippies“ von „We are Family“ und die Ägypter“ der Fußgruppe „Echte Fründe“. Flower-Power und Peacezeichen, so zogen die rund 35 Mitglieder von „Kommune 21 & Friends“ durch Emmerichs Straßen. Und die schwarz-weißen Rinder aus Dornick, „dem geilsten Kuh-Dorf der Welt“, waren mit einer Anzahl von 99 „Viechern“ wieder die größte Teilnehmergruppe. Mit einem Blaulicht auf dem Kopf lief der Feuerwehrnachwuchs im Zug mit.

Begeistert waren die Zuschauer am Straßenrand auch von den tollen Wagen. „Yabba-dabba-doo“ - so hieß es bei „Zug 38 & Friends“, wobei lustige Flintstone-Figuren den Wagen bevölkerten. Harry Potter stand gleich bei zwei Wagen im Mittelpunkt, bei den Emmericher Jecken und bei „JuD - Jeck und Durchgeknallt“. Beeindruckend waren auch die Wagen der Gäste: Als „Men in Black“ präsentierten sich die „KGR Schlafmützen Empel“ und der Bienener Spaßclub hatte einen silbernen ABBA-Wagen. Den Flair vom Wilden Westen verbreiteten die „Ru(h)mreichen Chaoten“, die Dorfkids hatten sich in die Kostüme ihrer Superhelden gekleidet und die „Emmericher Landstreicher“ feierten ihr karnevalistisches elfjähriges Jubiläum in bunten Anzügen auf einem kunterbunten Wagen.

Fetzige Musik gab es natürlich auch am Sonntag. Foto: Markus van Offern (mvo)
Rosa Schweinchen unterwegs mit Regenschirm. Foto: Markus van Offern (mvo)
Ein närrischer Kosmonaut. Foto: Markus Balser
Geschützt vor Regen: Zwei gut gelaunte Karnevalssaurier. Foto: Markus Balser
Regen egal, Hauptsache bunt. Foto: Markus van Offern (mvo)
Foto: Markus van Offern (mvo)

Bürgermeister Peter Hinze in Gardeuniform fühlte sich auf dem Geck-Wagen sichtlich wohl und verteilte händevoll Bonbons und Schokolade an seine Bürger. Und auch die kleinen Tollitäten Prinz Laurenz und Prinzessin Paula trotzen gut gelaunt dem Wetter, ebenso wie ihre großen „Kollegen“, Prinz Manuel I. und Prinzessin Kirsten I., die mit ihrem Prunkwagen den Abschluss des Zuges bildeten.

(Monika Hartjes)
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